Damoklesschwert Afrikanische Schweinepest

11. Juli 2017

Landwirte bitten um Einhaltung von Sicherungsmaßnahmen

Aktuelle Wildkamera-Bilder aus dem Südkreis Borken zeigen: Auch hier bei uns ist der Wildschweine-Bestand in den letzten Jahren (begünstigt durch die milden Winter) wieder deutlich anstiegen. Auf den Bildern sind Schwarzwildbachen mit Frischlingen, größere Rotten als auch einzeln umherziehende Tiere zu sehen.

Das Seuchengeschehen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) rückt immer näher. Der WLV-Kreisverband ruft daher zu größter Vorsicht auf.

Verhaltensregeln zur Seuchenprävention

LIEBE BERUFSKOLLEGEN: Bitte alle Personen über die Gefahren aufklären und selbst alle Maßnahmen zur Biosicherheit einhalten!
LIEBE VERBRAUCHER: Bitte Schweinefleischprodukte nicht in der Wildnis oder in frei zugänglichen Müllbehältern entsorgen!
LIEBE REISENDE: Bitte keine Lebensmittel aus ASP-betroffenen Regionen (siehe Karte) mitbringen!
LIEBE BESUCHER IN DEN BAUERSCHAFTEN: Bitte nicht falschverstehen: Unsere Höfe sind nicht eingezäunt, weil wir etwas zu verbergen haben und keinen Besuch dulden! Wir müssen den Kontakt mit Wildschweinen und anderen möglichen Überträgern verhindern.
LIEBE JÄGER: Reisen in ASP- Regionen bis auf Weiteres unterlassen! Die Untersuchungsmöglichkeit erlegter Wildschweine nutzen! Und ja: Die Bejagung der gewachsenen Schwarzwildbestände im Kreis Borken muss verstärkt werden!

Zum Hintergrund: Afrikanische Schweinepest im Anmarsch

In der letzten Woche wurde der in russischen Gefilden schon länger grassierende Erreger bei einem Wildschwein in Tschechien nachgewiesen. Dadurch hat sich der Abstand zur deutschen Grenze im Vergleich zu den bisherigen Nachweisen aus Ostpolen etwa halbiert und beträgt nur noch wenige hundert Kilometer.
Doch wie konnte das Virus auf einmal hunderte von Kilometer überwinden? Schlüssigste Erklärung: Möglicherweise wurden aus den bisherigen Infektionsgebieten kontaminierte Wurst- oder Fleischwaren nach Tschechien mitgenommen, dort unsachgemäß entsorgt und dann von den Wildschweinen gefressen.
Die Krankheit ist zwar für den Menschen ungefährlich, führt allerdings bei Haus- und Wildschweinen zu hohen Verlusten und verläuft in der Regel tödlich. Einen Impfschutz gibt es nicht. Sollte im Münsterland die ASP amtlich festgestellt werden, hätte dies zur Folge, dass als Sofortmaßnahme tausende von Schweinen auf den Höfen und in deren Umfeld getötet werden müssten. Die gesamte Branche müsste für mehrere Jahre mit massiven Handelsrestriktionen rechnen.

Ausführliche, ständig aktualisierte Informationen erhalten Sie auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI).

 

Seuchengeschehen der Afrikanischen Schweinepest

Die Karte zeigt die Nachweise der Afrikanischen Schweinepest. Deutlich heraus sticht der eine Punkt in Tschechien, der jetzt neu hinzu gekommen ist. Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)

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