Hitzesommer setzt allen Kulturen zu

28. September 2018

Erntebilanz 2018 für den Kreis Borken

Hochsommerliche Temperaturen bereits im April und große Wasserdefizite bis hin zur Dürre setzten allen Kulturen stark zu.

Vorbemerkung: Die Angaben beruhen auf Proberodungen, Schätzungen und Erträgen, welche den Fachberatern der Landwirtschaftskammer NRW  im Rahmen der täglichen Beratungsarbeit bekannt wurden.

Wintergerste

im nassen Herbst stellenweise spät bestellt,  schlecht bestockt und bewurzelt, konnte aufgrund des frühen Sommerbeginns mit Temperaturen nahe 30 °C bereits im April, nicht ihren Vorteil der frühen Reife ausspielen und enttäuschte mit Erträgen von 60 – 65 dt /ha. Ertragseinbußen: rund 20 %. Qualitäten durchschnittlich.

Roggen und Triticale

Roggen und Triticale sind mit durchschnittlich 65 dt/ha etwa 15 % unter dem Schnitt der letzten 5 Jahre gedroschen worden. Die Qualitäten waren durchschnittlich bis gut. Roggen hat insgesamt die geringsten Verluste eingefahren. Er ist seit mehreren Jahren immer die ertragsstärkste und ertragsstabilste Getreidekultur auf den leichten Standorten.

Weizen

hat auf den weizenfähigen Böden, entgegen der Erwartungen, doch noch recht gut gedroschen und konnte dort Erträge zwischen 70 und 80 dt/ha abliefern. Im Mittel über alle Flächen ist aber 65 dt/ha realistischer, so dass von einer Minderung um ca. 25 - 30 % ausgegangen werden kann,  bei guten Qualitäten.

Grünland / Ackergras

Der erste Grasschnitt war überdurchschnittlich gut und stellenweise war, bei frühem erstem Schnitt, auch  noch ein durchschnittlicher zweiter Schnitt einzufahren. Weiterer Zuwachs blieb danach aber aus. Durch die Trockenheit sind die Grasnarben stellenweise stark geschädigt. Derzeit stehen Reparaturarbeiten in Form von Unkrautbekämpfung, Übersaaten und Durchsaaten an. Mit einem weiteren ertragsstarken Schnitt ist daher nicht mehr zu rechnen. Da der erste Schnitt meist etwa 30 % des Gesamtertrages liefert, ist von 50 prozentigem Ertragsausfall auszugehen.

Mais

Starke Trockenschäden in den Regionen Vreden, Heek, Rhede, Bocholt, Isselburg, aber auch stellenweise in allen anderen Gemeinden. Dabei kam es kleinräumig zu großen Unterschieden aufgrund der Niederschlagsverteilung (Gewitterschauer). Schätzungsweise waren kreisweit etwa 50 % aller Maisflächen stärker von der Trockenheit betroffen. Insbesondere Zweitfruchtmais nach Gras hatte mancherorts knapp 100 prozentige Ertragsausfälle. Aber auch leichte Standorte mit normalen Saatterminen waren stark betroffen durch mangelnde oder fehlende Befruchtung, bzw. auch Reduzierung von Körnern in gut angelegten Kolben. Wurden keine Kolben angelegt und musste vorzeitig siliert werden, reduzierte sich der Masseertrag um mindestens 50 %, bei niedrigen Trockensubstanzgehalten (20 – 27 % TS). Ertragseinbußen insgesamt  etwa 40 – 50 % im Vergleich zu den Vorjahren. Zahlreiche Regnereinsätze konnten in Einzelfällen die Befruchtung sichern, mussten aber konsequent mehrfach genutzt werden, um einen guten Ertrag abzusichern. Viele CCM- und Körnermaisbestände gingen als Silomais an Rindviehbetriebe.
Auf besseren Böden waren hingegen doch noch zufriedenstellende Erträge einzufahren. Der Mais konnte dort zwar auf Wasser aus tieferen Bodenschichten zurückgreifen, wo jedoch keine Nährstoffe vorhanden waren, so dass gut angelegte Kolben reduziert wurden. Die Einbußen bei Erntemenge und -qualität führen in diesem Herbst/Winter zu erhöhtem Importbedarf von energiereichem Futter.

Zuckerrübe

Je nach Beregnungsmöglichkeit ist derzeit der Entwicklungsstand bei den Rüben. Während beregnete Rüben bedingt durch den frühen Reihenschluss gute durchschnittliche Erträge erwarten lassen, ist auf nicht beregneten Flächen, je nach Bodengüte mit kleinen Rüben und Mindererträgen zwischen 20 und 50 % zu rechnen. Dabei sind die Zuckergehalte aktuell auf einem hohen Niveau. Auf leichteren Böden musste in den letzten Wochen häufig erst der Blattapparat neu aufgebaut werden und somit sind die Ertragsaussichten dort um bis zu 50 % reduziert.

Kartoffel

Auch die Kartoffelbestände haben in diesem Jahr stark unter der langanhaltenden Hitze gelitten. Hauptproblem waren neben dem Wassermangel auch die langanhaltenden Temperaturen von über 30°C. Denn diese Hitze mag die Kartoffel –egal ob beregnet oder nicht – in keinem Fall. Da noch ca. die Hälfte der Kartoffeln in der Erde stecken, kann ertraglich noch kein endgültiger Strich unter die Saison gezogen werden. Auf beregneten Flächen sind bei deutlich höherem Beregnungsaufwand als in normalen Jahren noch gut durchschnittliche Erträge zu realisieren. Auf unberegneten Flächen sind die Ernteverluste hingegen ungleich höher. Hier ist mit Ernteverlusten von schätzungsweise 30 – 50 % zu rechnen. Diese Ernteverluste setzen sich maßgeblich aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen ist es die fehlende Stückzahl, denn die Kartoffelpflanzen haben schon früh im Jahr auf die anhaltende Trockenheit reagiert und weniger Knollen angesetzt. Zum anderen ist es die fehlende Dicke der Knollen, denn selbst die weniger angesetzten Knollen konnten nicht alle auf die nötige Dicke von >40mm heranwachsen. Auch sind in diesem Jahr, stärker als in den vergangenen Jahren, Sortenunterschiede aufgefallen

Angaben der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Borken

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