Borkener Resolution zum Umgang mit dem Wolf

07. Dezember 2018

Unterschriftenaktion beim Kreisverbandstag in Ahaus gestartet

Ludger Schulze Beiering hat in seinem Bericht zur Lage der Landwirtschaft die Wolfsresotion des Kreisverbandes vorgestellt.

Im Rahmen des gestrigen Kreisverbandstages hat der Landwirtschaftliche Kreisverband Borken eine Unterschriftenaktion zu folgendem Resolutionstext verabschiedet:

 

Resolution zum Umgang mit Wölfen

Die Wolfpopulation in Deutschland nimmt zu. Aktuell gibt es 73 Rudel mit über 1.000 Tieren in Deutschland und man geht von einem Wachstum von jährlich bis über 30 Prozent aus. Über 250 gerissene Tiere allein in diesem Jahr in Niedersachsen, in NRW über 51 Nutztiere (überwiegend Schafe, aber auch über 30 Rinder und Damwild) lassen fürchten, dass die Übergriffe zunehmen werden. Der Wolf ist ein Raubtier.
Nach mehrfachen bestätigten Rissen am Niederrhein wie auch unbestätigten Rissen im Kreis Borken hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) mit Wirkung vom 1. Oktober 2018 das „Wolfsgebiet Schermbeck“ ausgewiesen. Bereits der erste Wolf im Wolfsgebiet bestätigt die schlimmsten Befürchtungen. Das Wolfsgebiet umfasst mit Raesfeld und Erle auch Teilgebiete des Kreis Borken. Wir bezweifeln, dass die Hohe Mark und ihre Mitgliedergemeinden mit ihren Freizeit- und Tourismusangeboten dafür geeignet oder vorbereitet ist.

Besorgte und betroffene Bürger fühlen sich nicht ernst genommen und mit ihren Fragen alleingelassen. Die immer wieder vorgetragenen Beschwichtigungen, der Wolf sei von Natur aus scheu und suche nicht den Kontakt zu Menschen, überzeugen nicht. In vielen Familien gibt es noch Erinnerungen an Zeiten, in denen der Wolf auch hier heimisch war und man sich gezielten Übergriffen auf Mensch und Vieh erwehren musste und das auch durfte. Dass das heute nicht mehr gelten soll, verstehen die wenigsten. Bislang konnten wir sorglos und frei in der Natur, in den Wäldern sein. Viele Bauern halten ihr Nutzvieh auch heute noch draußen. Wer tut das demnächst noch - sorgenfrei?
Die Rückkehr und der Schutz des Wolfes stellt unsere Weidetierhaltung vor nicht lösbare Herausforderungen. Weidehaltung ist ein wichtiger Bestandteil unserer einzigartigen Kulturlandschaft mit ihren positiven Effekten für Naturschutz, Naherholung und Tourismus. Sie ist gesellschaftlich ausdrücklich gewünscht.

Angesichts dieser Entwicklungen fordert der WLV Kreisverband Borken ein Umdenken im Zusammenhang mit der Rückkehr des Wolfes in unsere Region:

  • Wir fordern, die Ängste und Sorgen von Viehhaltern wie von Bürgern ernst zu nehmen.
  • Es gilt sachlich und ergebnisoffen zu prüfen, ob und wieweit ein Nebeneinander von Mensch, Weidetierhaltung und Wolf in unserer überwiegend dicht besiedelten Region überhaupt gefahrlos möglich ist.
  • Die Entschädigungspraxis bei Tierhaltern, die durch den Wolf Tiere verloren haben, ist unbefriedigend. Alle Schäden im Zusammenhang mit dem Wolf müssen ausgeglichen werden. Dies umfasst auch Schäden bei verletzten, gehetzten, toten und unauffindbaren Tieren wie auch Behandlungs- und Pflegekosten für verletzte Tiere sowie die Arbeitskosten bei der Suche nach versprengten Tieren.  
  • Erforderlich ist eine Vereinfachung des Verfahrens der Rissbegutachtung und der genetischen Analyse. Nicht akzeptabel ist, dass Nachweise von Wolfsrissen häufig durch schlechte Probenahmen nicht möglich oder die Proben nicht auswertbar sind. Es mutet schon grotesk an, wenn wir in anderen Fällen heute auch Jahrzehnte später noch gerichtsfeste gentechnische Feststellungen anstellen können. Das passt nicht zusammen und nährt den Eindruck einer bewussten Verharmlosung. Ein transparenter Umgang mit allen relevanten Daten bei der „Dokumentations- und Beratungsstelle Wolf“ bei der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung muss Grundlage einer  ehrlichen Diskussion in der Öffentlichkeit über den Umgang mit dem Wolf sein.


In absehbarer Zeit werden sich die bestehenden Konflikte mit dem Wolf deutlich verschärft haben. Bevor die Lage unbeherrschbar wird und man uns demnächst Übergriffe auf Menschen erklärt, muss die Begrenzung der Wolfspopulation auch mit jagdlichen Mitteln ermöglicht werden.
Deshalb muss der Wolfsmanagementplan für das „Wolfsgebiet Schermbeck“ um Regelungen zur Bestandsregulierung ergänzt werden. Wir fordern eine rechtssichere Grundlage dafür, problematische Wölfe schießen zu können.


Ahaus, den 6. Dezember  2018

 Resotion zum Wolf als PDF mit Unterschriftenliste ( Dateigröße: 172 KB)

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