Geplante Tierschutzleitlinie lässt Strukturbruch befürchten

18. Januar 2019

Informationsveranstaltung für Rinderhalter am 31. Januar in Stadtlohn

In NRW aber auch auf der Bundesebene diskutiert man, ob die niedersächsische „Tierschutzleitlinie für die Mastrinderhaltung“ übernommen werden soll. Bullenmastbetriebe wie auch Milchviehbetriebe, die ihre männlichen Tiere mästen, stehen dabei im Fokus.

Zu diesem Thema möchte der Landwirtschaftliche Kreisverband seine Mitglieder informieren und mit ihnen diskutieren am Donnerstag, den 31. Januar 2019 ab 10.00 Uhr in der Gaststätte „Im Breul“ in Stadtlohn (Breul 103). Gemeinsam mit dem stellv. WLV-Hauptgeschäftsführer und Experten für Veredlungsfragen, Dr. Bernhard Schlindwein, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Rinderhaltung im WLV, Herrn Johannes Peter (Coesfeld) sowie unseren Amtstierärzten Dr. Groeneveld und Dr. Ulrich wollen wir die Bedeutung und Auswirkungen der Einführung der Leitlinie vorstellen und diskutieren.

Tierschutzleitlinie: Darum geht es

Die Leitlinie führt aus, welche Anforderungen an die Stallhaltung von Mastrindern (ab dem 7. Lebensmonat) einschließlich Mutterkühen zur Erfüllung des § 2 Tierschutzgesetz zu stellen sind. Behörden und Tierhalter sollen dadurch bei der tierschutzfachlichen Beurteilung sowohl von Neu- und grundlegenden Umbauten als auch von bestehenden Mastrinderhaltungen unterstützt werden.

Zunächst in NRW, aber auch auf der Bundesebene diskutiert man, ob die niedersächsische Leitlinie übernommen werden soll. NRW hat die Leitlinie im Vorgriff hierzu den Kreisen schon „zur Beachtung“ per Erlass zugesandt.
Sie dient bereits heute als Richtschnur im Zusammenhang mit Baugenehmigungen. Die westfälisch-lippische Bullenmäster fordern Änderungen der Leitlinie, da grundsätzlich als Liegefläche eine Gummimatte von mindestens 2,5 m² vorgesehen ist. Der Arbeitskreis Rind im WLV sieht hier besondere Probleme in bestehenden Stallanlagen, wenn Buchten beispielsweise breiter sind als tief. Ganzflächige Gummiauflagen werden ebenfalls kritisch gesehen, da dann negative Auswirkungen auf die Klauengesundheit zu erwarten sind. Dies bestätigen zudem erste Untersuchungen der Fachhochschule Soest. Um einen Strukturbruch in der Bullenmast zu vermeiden, erwartet der WLV-Arbeitskreis längere Übergangszeiten. Die niedersächsische Leitlinie sieht hier für die wichtigsten Regelungen nur 12 Jahre vor.

Das meint der WLV

WLV-Kreisgeschäftsführer Jörg Sümpelmann stellt hierzu fest: „So wie in der niedersächsischen Leitlinie darf es hier nicht kommen. Eine Leitlinie zur Rindermast muss die vorhandenen Strukturen angemessen berücksichtigen und darf sie nicht zerstören.“  

Auch BHV1 und die Enthornung von Rindern werden Thema der Veranstaltung sein.


 Einladung als PDF ( Dateigröße: 88 KB)

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