Es braucht Verlässlichkeit, Wissen und Geld

07. Oktober 2019

Borkener-Landgeschichten-Beitrag über Erntedank und Grüne Kreuze

In den letzten Tagen hat ein Beitrag auf der Facebook-Seite „Borkener Landgeschichten“ bundesweit für Aufsehen gesorgt. Er wurde fast 200-mal geteilt und hat über 35.000 Menschen erreicht. Die Gedanken zum Erntedank haben in der Onlinegemeinde offensichtlich einen Nerv getroffen. Wir geben den Text hier unverändert wieder:

Wir #Bauernfamilien verbringen das #Erntedankfest in diesem Jahr nachdenklicher denn je. Auf mehreren der von uns begleiteten Erntedank-Veranstaltungen mischen sich zwischen die farbenfrohen Feldfrüchte-Gestecke auch #GrüneKreuze, so wie hier im Bild bei den Landfrauen Gronau und Epe.

Die symbolischen Holzkreuze haben es bis in den Bundestag und die ARD-Tagesthemen hinein bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Sie stehen für die #Angst vieler Bauernfamilien, unter den immer neuen Anforderungen zusammenzubrechen. Sie stehen für die Sorge, dass unser bäuerliches Leitbild des #Familienbetrieb bald der Vergangenheit angehören könnte, weil immer mehr von uns die Hoftür zumachen.

Wir Bauern verstehen unseren Auftrag vor allem in der #Ernährungssicherung. Gleichzeitig betreiben wir im eigenen Interesse #Umweltschutz, #Klimaschutz, #Artenschutz- und #Landschaftsschutz. Wir denken in #Generationen und für Generationen. Als Land- und #Forstwirtschaft haben wir den Nachhaltigkeitsgedanken erfunden. Daher sind wir auch so schockiert angesichts der allgemeinen Anschuldigungen, denen wir uns ausgesetzt sehen und die ihre Fortschreibung in immer mehr ordungsrechtlichen Gängelungen finden.

Dabei haben wir Bauern gar kein grundsätzliches Problem mit der Anforderung, nachhaltiger zu wirtschaften. Warum sollten wir etwas verhindern wollen, was unsere eigenen Lebensgrundlagen schützt und unseren Tieren ein besseres Leben ermöglicht? Aber #Weiterentwicklung hat zu tun mit…

1. …VERLÄSSLICHKEIT. Wenn ich heute als Landwirt 500.000 Euro in einen neuen Stall investiere, möchte ich sichergehen, dass sich nicht morgen schon die Anforderungen wieder ändern und ich alles teuer umbauen muss.

2. …WISSEN. Wenn ich etwas verbessern will, muss ich als Landwirt auch wissen, wie es (anders) gehen kann. Hier braucht es an einigen Stellen auch einfach etwas mehr Zeit für Forschung und Entwicklung. Die nächste Verschärfung herbeizuführen, wenn die letzte noch nicht mal Zeit hatte, zu wirken, empfinden wir als Zumutung (so wie es aktuell beim Düngerecht passiert).

3. …GELD. Und hier fehlt häufig die Bereitschaft, im Laden auch mal das etwas teurere, #Bio oder regionale Produkt zu kaufen.

Diese Widersprüche können wir nur zusammen auflösen – Gesellschaft und Landwirtschaft #gemeinsam. Wir verurteilen dabei im Übrigen auch Hetze und Randale, die einige Berufskollegen aktuell gegen landwirtschaftskritische Äußerungen und Strömungen herauf beschwören. Als Landwirte müssen wir ganz im Gegenteil bereit sein, Kritik zuzulassen und gemeinsam zu überlegen, was wir wollen und können. Gleichzeitig müssen wir uns als Landwirtschaft auch Gehör verschaffen, weswegen wir auch mit den niederländischen Berufskollegen mitfühlen, die am Dienstag auf die Straße gegangen sind.

Hier wie dort gilt:

Wir Landwirte sind zu Veränderungen bereit, wenn sie praktikabel sind und wir bei der Umsetzung und Finanzierung nicht allein gelassen werden.
Und am wichtigsten geht es uns um #Respekt und #Vertrauen.

Wenn du das auch so siehst, teile diesen Beitrag als persönlichen #Erntedank-Gedanken oder gib ihm deinem örtlichen Pfarrer an die Hand.


Grünes Kreuz in Gronau-Epe zum Erntedank

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