Rekener Landwirte unterstützen Kitzrettungsprojekt

13. Mai 2020

Hegering hat erstmals Wärmebilddrohne im Einsatz

Tobias Köhne vom Kitzretter-Team des Hegering Reken

Der Landwirtschaftliche Ortsverband Reken unterstützt das jetzt angelaufene Kitz-Rettungsprojekt des Rekener Hegerings. Mithilfe mehrerer Förderer hat der Hegering in diesem Frühjahr für 10.000 € eine Drohne mit Wärmebildkamera angeschafft. Ziel ist es, mit Hilfe der neuen Technik noch mehr Wildtiere, vor allem Rehe, vor dem Mähtod zu bewahren.

Landwirte und Lohnunternehmen sind seit drei Wochen mit dem Einfahren des ersten Schnitts unterwegs. Die erste Mahd des Grünlands fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, mittlerweile vor allem auch bei Rehen. Deren Nachwuchs sucht gerne in Wiesen Deckung. Doch Ducken und Tarnen schützen zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher.

Die Landwirte sagen den Jägern Bescheid, wenn der Mahd-Termin klar ist. Früh morgens überfliegen die Jäger dann mit der Wärmebild-Drohne die entsprechenden Gras- und Grünroggenflächen, um die Jungtiere zu finden.

Der stellvertretende Hegeringsleiter und Projektinitiator Andreas Dehling erklärt, wie die Kitzrettung dann abläuft: „Sofern ein heller Fleck auf dem Wärmebildschirm zu erkennen ist, wird die Drohne angehalten und der zuständige Jäger per Funkgerät zu dem Punkt gelotst. Sollte sich hier ein Kitz befinden, wird dieses sanft mit viel Gras und Handschuhen – die Kitze dürfen keine fremden Gerüche annehmen – in einen Karton gelegt. Dieser wird verschlossen, mit Luftlöchern versehen, und an eine andere Stelle gesetzt. Wenn alles abgeflogen ist, kann der Landwirt die Fläche schneiden. Am Abend nach der Mahd setzt der Jäger das Kitz wieder an die gefundene Stelle. Es dauert nicht lang und die Ricke holt ihr Kitz und legt dieses an einem anderen Ort wieder ab. Wir lernen da gerade noch jedes Mal dazu, aber das klappt in der Regel jetzt schon ganz gut.“

Mittlerweile ist das vierköpfige, ehrenamtliche Drohnenteam fast täglich unterwegs. Dehling freut sich, dass die Kooperation mit der Landwirtschaft in Reken so gut funktioniert: „Das Schöne ist, dass wir das mit Landwirten und Lohnunternehmern zusammen machen. Die haben sich zum einen mit einem größeren Anteil an der Anschaffung beteiligt. Außerdem sind wir Jäger immer auch darauf angewiesen, dass wir vor der Mahd Bescheid bekommen.“
Als WLV-Ortsverbandsvorsitzender Klaus Sicking im letzten Jahr von den Plänen für das Projekt erfahren hat, war es für ihn sofort klar, dass die Landwirtschaft das unterstützen muss: „Das war bei uns im Vorstand überhaupt keine Diskussion. Wir wollen damit nochmals unterstreichen, dass wir es mit Arten- und Wildschutz ernst meinen. Aber vor allen Dingen finde ich die Arbeit der Jäger absolut beachtlich. Die investieren viel Zeit und machen das mit ganz viel Herzblut. Klasse!“

Neben dem landwirtschaftlichen Ortsverband und dem Lohnunternehmen „Agrarservice Reken“ unterstützen zudem noch die Gemeinde Reken, die Volksbank in der Hohen Mark eG, Provinzial Brüninghoff & Möller, die Kreisjägerschaft Borken sowie die BEL GmbH das Projekt finanziell.

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