Kreisverbandstag des Kreisverbandes Herford-Bielefeld

19. Februar 2016

Podiumsdiskussion zum Thema: Landwirtschaft in Herford-Bielefeld erhalten!?

Über ein volles Haus konnte sich der Kreisverbandsvorsitzende Hermann Dedert am Dienstag (16. Februar 2016) freuen. Rund 200 Teilnehmer kamen zur Jahresmit-gliederversammlung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld auf Dallmanns Deele in Herford-Elverdissen. In seiner Begrüßung verdeutlichte Dedert, dass neben der schwierigen wirtschaftlichen Situation die gesellschaftliche Diskussion um die Landwirtschaft zu den wichtigsten Themen bei den Bäuerinnen und Bauern gehört. Er hob hervor, dass dieser Kreisverbandstag eine Premiere für den Kreisverband sei. Zwar hätten die vor der Fusion eigenständigen Kreisverbände Herford und Bielefeld bis ins letzte Jahr hinein viele Veranstaltungen zusammen durchgeführt, so auch die Kreisverbandstage, aber als neuer, nun fusionierter Kreisverband sei es der erste Kreisverbandstag.

Nach den Grußworten des Landrates des Kreises Herford, Jürgen Müller, des Bürgermeisters der Stadt Herford, Tim Kähler, der Dezernentin der Stadt Bielefeld, Anja Ritschel und der Vorsitzenden des Kreislandfrauenverbandes Herford, Heidrun Diekmann, stand eine Podiumsdiskussion auf der Tagesordnung mit dem Thema: „Landwirtschaft in Herford-Bielefeld erhalten!? Was können die Bauern leisten? Was fordert die Gesellschaft? “

Herr Dedert führte ein,  dass sich die Gesellschaft gerade in den letzten Jahren verändert und ein neues Bewusstsein entwickelt habe. Berechtigterweise würde immer häufiger hinterfragt,  wie Lebensmittel erzeugt werden. Dieses sei dem Verbraucher aber häufig aufgrund der großen Distanz zu den landwirtschaftlichen Produktionsweisen nicht mehr bekannt. Die Debatte um die Tierhaltung spiele dabei ebenfalls eine zentrale Rolle.

Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des Veredlungsausschusses des WLV und Vorsitzender des Bezirksverbandes OWL ging in seinen Worten auf die derzeitigen Probleme der Landwirtschaft ein: Schlechte Marktlage und das Bild von Politik und Gesellschaft zum Umgang der Landwirte mit den Tieren und  dem Boden. Dieses mache ihm Sorgen. Der Strukturwandel werde weitergehen. Dieses lasse sich nicht ganz vermeiden. Gründe seien der hohe Kostendruck, aber auch die Frustration auf den Betrieben. Dennoch blicke er nicht nur pessimistisch in die Zukunft. Die Verbraucher wüssten, dass sie sich auf die deutsche Landwirtschaft verlassen können und wollen auch in Zukunft nicht aus Fernost mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Die moderne Landwirtschaft sei gut entwickelt und werde in Zukunft noch besser werden.

Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl , sieht mit dieser Initiative die landwirtschaftliche Tierhaltung auf dem richtigen Weg. Es sei ein System zur Verbesserung der Tierhaltung in einer Vielzahl von Betrieben. Damit werde den Vorstellungen vieler Verbraucher entsprochen. Die Tierhalter würden Möglichkeiten erhalten, mehr für das Tierwohl zu leisten, da der zusätzliche Aufwand ausgeglichen werde. In der Initiative würden alle Partner (Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Lebensmittelhandel und Verbraucher) Verantwortung übernehmen.

Der Präsident des Landestierschutzverbandes NRW, Peer Fiesel, brachte die Position seines Verbandes so auf den Punkt, als er die Umsetzung des Gutachtens des Wissenschaftlichen Beirates bei Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aus März 2015 „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ als eine sachlich richtige Analyse bewertete. Die Schlussfolgerungen  aus dem Gutachten würden genau die gesellschaftlichen Erwartungen treffen. In der anschließenden Diskussion wurde dann das Für und Wider dieses Gutachtens durchleuchtet.

Heinrich-Peter Wehrmann, Inhaber verschiedener EDEKA-Märkte im Kreis Herford appellierte an den WLV bzw. die Versammlung, die Schuld nicht immer bei anderen zu suchen. Weiterhin habe er den Bauernverband im Wesentlichen als Klage-Verband erlebt. Jeder wisse, wo Veränderungen erforderlich seien. Beeindruckt zeigte er sich dann jedoch über die vielen Aktivitäten des Kreisverbandes, die durch den Jahresrückblick deutlich wurden.

Im Jahresrückblick hoben Vorsitzender Hermann Dedert und seine Stellvertreterin Friederike Detering sowie Stellvertreter Heinrich Quakernack die umfangreichen Aktivitäten des vergangenen Jahres hervor. Schwerpunkte seien gewesen, Öffentlichkeitsmaßnahmen, Gespräche mit Politikern und Organisationen sowie auch Protestmaßnahmen (Demo Brüssel, Jagdrechtsnovelle, Demo vor EDEKA in Minden). Hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit wurden insbesondere hervorgehoben der  Lernort Bauernhof, das neue Projekt für Schulen „Clever Esser“, Volontärsfort-bildungen und Lehrerschulungen auf Betrieben. Die Beteiligung auf der Dortmunder Messe „Land und Genuss“ und den Agrarkontakttagen in Bad Salzuflen wurde ebenfalls dargestellt.

 

 

 

Bildüberschrift:

Podiumsteilnehmer (von rechts): Heinrich-Peter Wehrmann, Hubertus Beringmeier, Peer Fiesel, Dr. Alexander Hinrichs und Hermann Dedert.

Auf dem Bild ebenfalls zu sehen, WLV-Präsident Johannes Röring (sitzend links) , der mit einigen Vorstandskollegen ebenfalls an der Versammlung teilnahm.

 

 

 

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