Getreide & Co. gegen ASP versichern?

10. Januar 2020

Die afrikanische Schweinepest rückt näher und die Sorge der Landwirte steigt –
auch, dass die Behörden mehrmonatige Bewirtschaftungsbeschränkungen/-verbote für landwirtschaftliche Flächen beschließen könnten.

Landwirte bekämen zwar zwingend eine staatliche Entschädigung, könnten aber  zusätzlich evtl. auf einem Teil des Schadens sitzenbleiben.  Hierauf zielt eine neue Absicherungsmöglichkeit ab, die gerade in vielen  Betrieben diskutiert wird.

Lohnt es sich, eine Ernte- bzw. Ernteverlustversicherung der R+V oder der München & Magdeburger (Allianz) für den Fall eines ASP-bedingten Ernteausfalls abzuschließen?

Die MMA-Police gibt es nur in Kombination mit einer Hagelversicherung. Dabei versichert die MMA alle Kulturen, die auch über einen Hagelvertrag versichert werden können. Die R+V-Police können Sie separat abschließen für alle Marktfrüchte, Sonderkulturen und auch Grünland.

- Der Haftungszeitraum bei der R+V beträgt mind. 12 Monate und im Schadenfall erfolgt die Schadenermittlung individuell. Entschädigt wird bis zur Höhe der Versicherungssumme. Bei der MMA geht der Haftungszeitraum von Anfang März bis Ende November. Die pauschale Entschädigung beträgt 1/365 der Versicherungssumme pro Tag Betretungs- und Bewirtschaftungsverbot und wird entweder für max. 12 Wochen oder max. 20 Wochen gezahlt (jeweils abzgl. 7 Tagen Selbstbeteiligung).

- Für 10 ha Weizen mit einer Versicherungssumme von 1500 €/ha betrüge die Entschädigung bei der MMA bei Wahl des 12 Wochen-Zeitraums  pauschal 3160 €, bei der R+V  € 0 bis max.€  15000 €, wobei die R+V evtl. staatliche Entschädigungsleistungen anrechnet und den Schaden individuell ermittelt.

Die R+V berechnet je nach Haftungszeit und Selbstbeteiligung zwischen 0,15 und 0,30 % der Versicherungssumme als Prämie, die MMA je nach Tarifzone und Auszahlungszeitraum zwischen 0,25 und 0,8 % der Versicherungssumme.

So beträgt die jährliche Nettoprämie für einen 65 HA Gemischtbetrieb mit einer Versicherungssumme von 104000 € bei der R+V für einen Haftungszeitraum von 12 Monaten, ohne Selbstbeteiligung und mit Laufzeitrabatt 187,20 €, bei der MMA für einer Auszahlung über 12 Wochen und einem Laufzeitrabatt 208 €.

Das Risiko, dass ASP auch nach hierhin herüberschwappt, ist sicher sehr hoch. Ob es da zu einzelbetrieblich  existenzgefährdenden versicherten Ernteausfällen kommen kann,  kann jeder nur für sich selbst einschätzen und ist sicher auch davon abhängig, wie der Betrieb strukturiert ist, wo dieser liegt, wie die Flächen angeordnet sind, was dort angebaut wird, welche Ausweichmöglichkeiten bestehen und wie der Betrieb  finanziert ist, so WLV Versicherungsberater Heiko Taube. Trotz einer staatl. Entschädigung sollten die größten denkbaren Schäden abgesichert sein. Dennoch:

Wenn  Sie einen Vertrag abschließen möchten, sollte berücksichtigt werden, dass eine generelle Wartezeit von vier Wochen oder einem Monat vereinbart und damit zu rechnen ist, dass, wenn ASP in Deutschland festgestellt wird, keine Absicherungsmöglichkeiten mehr bestehen dürften.

Bei Informations- und Beratungsbedarf wenden Sie sich bitte an unseren WLV-
Versicherungsberater Heiko Taube, Tel.: 05221/34204-22; E-Mail: heiko.taube@wlv.de

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