„Weidetierhaltung nicht mit Düngung gleichsetzen!“

09. Januar 2020

Arbeitskreis Mutterkuhhaltung beim Hintergrundgespräch mit MdB Dirk Wiese (SPD)

Michael Hellermann, Antonius Brüggemann, Bernhard Völlmecke, Regina Scheniut, Thomas Wiese, Mdb Dirk Wiese, Markus Frigger, Katharina Gordes und Georg Jung (WLV) (von links) beim Hintergrundgespräch über die drängendsten Probleme der Mutterkuhhaltung, die politisch gelöst werden könnten.

Der Arbeitskreis Mutterkuhhaltung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland hat beim Hintergrundgespräch mit dem Bundestagsabgeordneten (MdB) Dirk Wiese (SPD) vor allem die Problematik der neuen Düngeverordnung thematisiert. Thomas Wiese aus Sögtrop, Vorsitzender des Arbeitskreises: „Ein Verbot der Beweidung von Uferrandstreifen auf hängigen Flächen wäre fatal für uns Mutterkuhhalter – wir verlieren wertvolle Flächen und das Ergebnis wären verbuschte Täler und die Ausbreitung von Neophyten wie z.B. der Herkulesstaude“Die dringendste Forderung der Tierhalter war daher: Weidehaltung nicht als Düngung behandeln! Dirk Wiese schlug vor, sich dafür einzusetzen, dass vor allem Spielräume für die Landkreise zur Auslegung dieser Verordnung bei der Beschlussfassung verankert würden, damit solche Besonderheiten wie die Weidetierhaltung im Hochsauerlandkreis anders behandelt werden könnten.

Beim Punkt „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV)“ bemängelte die stellvertretende Arbeitskreisvorsitzende Katharina Gordes aus Arnsberg, die überzogenen Vorschriften und die dadurch entstehende enorme Kostensteigerung für den Bau von Anlagen zur Lagerung von Futter und Wirtschaftsdüngern. Die Kosten einer Anlage im Industrie- bzw. Tankstellenstandards seien für viele Mutterkuhhalter, aber auch Milchviehbetriebe, nicht zu stemmen. Mutterkuhalter Andreas Frigger, Arbeitskreismitglied aus Brilon, bemängelt in dem Zusammenhang die Förderrichtlinien der Landwirtschaftskammer, die besonders Nebenerwerbsbetriebe von einer möglichen Förderung ausschließen. „Wir müssen alle was machen, dann müssen auch alle dafür Förderung bekommen." Zudem wurde die Handhabung der Verordnung kritisiert, was Beispiele der Mitglieder zeigten. Schon in benachbarten Kreisen in Südwestfalen wird die Verordnung sehr unterschiedlich ausgelegt, daher fordert der Arbeitskreis ein vergleichbares technisches Niveau, am besten in ganz Europa.

Der Wolf und seine Rückkehr in die Region beschäftigt die Mutterkuhhalter stark. Sie haben Angst, dass Tiere gerissen werden könnten, aber auch dass die Herden nervös und unkontrollierbar werden und bleiben. „Treibt der Wolf unsere Tiere durch den Zaun auf die Landstraße, oder gar die Autobahn, kann es zu schweren Unfällen kommen“ so Arbeitskreismitglied Antonius Brüggemann aus Berge. Angesichts einer zu erwartenden Steigerung der Wolfspopulation fordert der Arbeitskreis weitere zertifizierte Labore zur Probenauswertung möglicher Wolfsrisse und zukünftig den Verbleib einer zweiten, verplombten DNA-Probe zum Verbleib beim Landwirt.

Zum Thema Schutzstatus des Wolfes empfahl der Bundestagsabgeordnete dringend, den heimischen EU-Abgeordneten anzusprechen, um eventuell den Schutzstatus des Wolfes noch einmal im EU-Parlament zu hinterfragen.

Dirk Wiese betonte abschließend die wichtige gesellschaftliche Funktion der Mutterkuhhaltung, die beispielsweise als „Umweltleistung und Ankerpunkt der touristischen Attraktivität für die Region“ auch öffentlich gefördert werden könnte.

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