Mit Buswerbung zeigen heimische Bauern im Stadtbild Paderborns Präsenz

05. November 2019

Beringmeier: "Wir brauchen Zukunftskonzepte, die unseren jungen Hofnachfolgern Mut machen"

Heimische Bauern werben seit Oktober auf Bussen kreuz und quer durch die Stadt für die heimische Landwirtschaft. Junglandwirt Lennart Schoof ist großflächig im Linienbusverkehr auf rotierenden Bustouren im gesamten Stadtgebiet von Paderborn zu sehen.

 

"Unsere Höfe liegen nicht in der Fußgängerzone, darum gehen wir in die Stadt", erklärt Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn. Die hiesigen Landwirte möchten für die Menschen vor Ort präsent sein. "Im Paderborner Stadtverkehr möchten wir mit echten Bauern der Landwirtschaft ein Gesicht geben", erläutert Beringmeier. Viele Menschen hätten leider nur noch wenig Bezug zur landwirtschaftlichen Erzeugung. Es gäbe viele kritische Fragen, aber auch viel Unkenntnis und Missverständnisse. Dialog, Transparenz, aber auch Nachvollziehbarkeit ist den Landwirten wichtig. "Wir wollen unser Tun erklären", betont Beringmeier. Dazu gehöre für die Bauern natürlich die Bereitschaft, sich zu verändern und ständig neue Wege zu gehen. Die Botschaft: Landwirtschaft ist verankert und innovativ, Tradition und Zukunft. Bauern Leben und Wirtschaften in und mit der Natur. Die Landwirte arbeiten seit Generationen auf ihren Höfen und sind fest mit ihrer Scholle verbunden. "Es ist unser ureigenes Interesse, Natur und Schöpfung als unsere Lebensgrundlage zu bewahren", beton der Vorsitzende. "Letztendlich wollen wir doch alle hochwertige Nahrungsmittel aus nachhaltigem Anbau, mit Blick auch auf künftige Generationen.

Stimmung derzeit sehr angespannt

Doch die Stimmung unter den Landwirten sei derzeit sehr angespannt, schildert Beringmeier. Permanent neue, überzogene Auflagen, die nicht auf fachlicher, sondern auf rein politischer Ebene entstünden, prasselten auf die Landwirtschaft ein. Besonders kleine und mittlere Höfe, die die Auflagen finanziell nicht stemmen könnten, würden so aus der Landwirtschaft gedrängt. "Wer auf der einen Seite die Märkte immer weiter öffnet und auf der anderen Seite die Auflagen so hoch schraubt, dass wir auf dem Weltmarkt überhaupt nicht mehr wetttbewerbsfähig sind, der muss sich nicht wundern, wenn ein Hof nach dem anderen aufgeben muss", sagt der Bauernvorsitzende. Wenn beispielsweise das Agrarpaket, das Umweltministerin Svenja Schulze und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner Anfang September vorgestellt hätten, so komme, würden die Auswirkungen für die Bauern katastrophal sein, unterstreicht er.

Wie kann sich unsere Tierhaltung, unsere Landwirtschaft aufstellen, um den Anforderungen der Menschen hierzulande zu entsprechen, aber auf der anderen Seite nicht durch deutlich höhere Kosten aus dem Markt gedrängt zu werden? "Diese Frage müssen wir mit Politik und Gesellschaft diskutieren und nach Lösungen suchen, die für alle tragbar sind", betont der Vorsitzende und weiter: Dies gilt für die Tierhaltung, unserem Pflanzenbau aber ebenso für den Klimaschutz, Artenerhalt und die Ernäherungssicherung zu Preisen, die sich die Menschen auch leisten können. "Wir brauchen eine flächendeckende Landwirtschaft, die in der Lage ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. "Wir brauchen Zukunftskonzepte, die unseren jungen Hofnachfolger/innen Mut machen, die Herausforderungen in der Landwirtschaft anzunehmen", unterstreicht Beringmeier. "Denn die Landwirtschaft hat Zukunft!"

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