Ernähungsexperte Pollmer beim Kreisverbandstag

25. Februar 2014

Ruhr-Lippe (wlv). Udo Pollmer, Deutschlands streitbarster und bekanntester Ernährungsexperte war zu Gast beim  Kreisverbandstag der Landwirte, zu dem die Landwirtschaftlichen Kreisverbände Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne)  und Ennepe-Ruhr/Hagen am Montagabend in den Freischütz in Schwerte eingeladen hatten.

„Der Vegetarismus als neue Religion - müssen wir alle ins Gras beißen?“, so lautete der Titel des Vortrages, zu dem der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe Hans-Heinrich Wortmann rund 500 Bauern, Bäuerinnen und weitere Gäste begrüßen konnte.

Pollmer, Lebensmittelchemiker und wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Institutes für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V, entkräftete einige Mythen, die regelmäßig mit dem Verzehr von Fleisch in Verbindung gebracht werden. So sprach er „über die Unlogik der Wasserbilanz“. „Der Wasserverbrauch für ein Kilo Rindfleisch wird ermittelt aus dem, was das Rind trinkt, dem Wasser für den Anbau seines Futters und schließlich dem, was Schlachthof und Wurstfabrik nutzen. Klingt logisch , ist aber Unsinn“, sagte Pollmer. Der Regen falle auch dann, wenn das Rind nicht auf der Weide stehe. Man könne nicht so tun, als sei man in der Wüste und jegliches Wachstum nur durch Beregnung möglich.  Zudem sei das Wasser nicht einfach weg – sondern weiter im Naturkreislauf.

Ob und wie man Tiere töten dürfe, war ein weiteres zentrales Thema seines Vortrages. Ernährung ohne zu töten funktioniere nicht, so Pollmer. Auch wer auf tierische Lebensmittel verzichte, müsse akzeptieren, dass seinetwegen Tiere getötet werden. „Tiere treten in Nahrungskonkurrenz zu uns,“ sagte der Wissenschaftler, „von der Blattlaus auf der Pflanze bis zur Maus oder Ratte im Getreidelager“. Modernen Schlachthöfen mache man häufig den Vorwurf, die Tötung der Tiere sei dort nicht natürlich. „Der natürliche Tod jedoch ist grausam“, so Pollmer. Werde ein Tier in freier Wildbahn gerissen, sei das ein äußerst schmerzhafter Prozess, der sich über einen qualvoll langen Zeitraum hinziehen könne.

Vorsitzender Wortmann machte die Sicht der Landwirtschaft deutlich: „Nach bestem Wissen und Gewissen und nach allerstrengsten Auflagen erzeugen wir Landwirte Nahrungsmittel mit der Natur und kümmern uns verantwortungsbewusst um unsere Tiere.“ Aber die öffentliche Diskussion aus einigen Bereichen der Bevölkerung nehme an Schärfe zu. Um glaubwürdig zu bleiben, müsse die Landwirtschaft transparent sein. „Wir sind auf guten Wege“, so Wortmann. Allein im letzten Jahr hätten rund 10.000 Menschen – von der Schulklasse bis zur Erwachsenengruppe - Bauernhöfe in der Region besucht.

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Kreisverbandstag in Schwerte

Kreisverbandstag in Schwerte
Der Kreisverbandstag 2014 der WLV-Kreisverbände Ruhr-Lippe und Ennepe-Ruhr-Hagen in Schwerte am 24.2.2014

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