Initiative Tierwohl: Handel und Verarbeiter sind am Zug

13. Mai 2015

Landwirte haben Geld in die Hand genommen, jetzt ist der Lebensmitteleinzelhandel gefordert

Die Initiative Tierwohl ist gestartet, am 28. April endete die Registrierungsphase. Nun steht fest, deutlich mehr Landwirte wollen mitmachen als aktuell möglich. Besonders in Westfalen haben sich viele Landwirte beworben. „Wir sind beeindruckt und erfreut über dieses extrem hohe Engagement der Landwirte“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) Hans-Heinrich Wortmann, macht aber deutlich: „Die Schweinehalter haben großes Interesse an der Initiative Tierwohl bewiesen, jetzt sind Handel und Verarbeiter am Zug.“ Viele Landwirte hätten investiert und könnten nun nicht teilnehmen. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) müsse nachlegen, insbesondere diejenigen Handelsketten, die sich noch nicht beteiligt hätten. Erstmals ermöglicht das völlig neue System einen Tierwohlansatz auf breiter Ebene - von Landwirten, über die Schlachtunternehmen bis zum LEH. „Die Zahlen zeigen das enorme Interesse der Bauern an der Teilnahme, das jetzt nicht enttäuscht werden darf“, so Wortmann. „Erstmals sollen die Teilnehmer ihre zusätzlichen Aufwendungen zur Umsetzung höherer Tierwohlstandards ausgeglichen bekommen“, schildert der Vorsitzende.

Deutschlandweit hätten sich über 4.500 Landwirte für das neue Programm registrieren lassen, mehr als 1000 davon aus Westfalen. Aufgrund der begrenzten Finanzmittel entschied das Losverfahren und es können nur etwa 2.100 Schweinehalter zur Auditierung für die Initiative Tierwohl zugelassen werden.

„Wir brauchen eine Aufstockung der Mittel, um alle Anmeldungen der Tierhalter berücksichtigen zu können“, bekräftigt Wortmann. Über weitere Einzelhandelsunternehmen, die sich noch nicht beteiligt haben, wie auch Großkunden in Gastronomie und die Fleischverarbeitung müsse der Mehrbedarf akquiriert werden. Landwirte hätten Geld in die Hand genommen, sie hätten geliefert, jetzt sei der Handel gefordert, Mittel nachzuschießen. Damit könne er zeigen, dass es ihm wirklich um Tierschutz gehe. Aktuell bekämen viele Bauern keinen Ausgleich und würden mit ihren deutlich erhöhten Kosten für die Initiative Tierwohl alleine gelassen werden.

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