Kreisverbandstag mit 450 Bauern und Bäuerinnen

17. Februar 2016

Thema Lebensmittelsicherheit

Rund 450 Bauern, Bäuerinnen sowie weitere Gäste waren zum Kreisverbandstag, zu dem der Landwirt­schaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe gemeinsam mit seinem Nachbarkreisverband Ennepe-Ruhr/Hagen am 16. Februar in den Freischütz in Schwerte eingeladen hatte, zusammen gekommen.

 

„Lebensmittel: Wissenschaft oder eine Frage des Vertrauens?“, so lautete der Vortrag des Präsidenten des Bundesinstitutes für Risikobewertung in Berlin, Prof. Dr. Andreas Hensel. Im Anschluss ging es in die Diskussion, in der auch der Fachbereichsleiter Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Unna Josef Merfels die Situation in der Region darstellte. Eindrucksvoll zeigte er die umfassende Arbeit zum Schutz der Verbraucher und die hohe Kontrolldichte bei Lebensmitteln auf. Der Mediziner und Journalist Thomas Schwarz aus Dortmund aus seinen zwei unterschiedlichen beruflichen Blickwinkeln argumentierte.

 

„Viele Menschen sind verunsichert; stellen alle Rückstände von Wirkstoffen, die man in Lebensmitteln findet, automatisch eine Gefahr für die Gesundheit dar?“,  fragte Landwirtevorsitzender Hans-Heinrich Wortmann. „Das Problem von heute ist auch ein Problem der modernen Analytik; man kann fast alles messen und findet auch fast alles“, antwortete der Wissenschaftler. Es sei inzwischen nicht mehr schwer, ein Roggenkorn in zwei Welternten festzustellen. „Essen ist stark emotionalisiert“, sagte Hensel. So gebe es ein objektives Risiko, das sich an naturwissenschaftlich messbaren Kriterien orientiere und ein subjektives Risiko, das von sozio-kulturellen Kriterien abhängig sei. „Das führt dazu, dass wir uns vor den falschen Dingen fürchten“, so der Wissenschaftler. In der anschließenden Diskussion waren sich alle Diskutanten einig, dass ein vollkommen unterschätztes Risiko von der eigenen Küchenhygiene abhängt. „Die Ursache liegt schlichtweg an mangelhaft gereinigten Messern und Schneidbrettern, an kontaminierten Spültüchern und Schwämmen oder an fehlender oder fehlerhafte Handhygiene“, sagte der Arzt und Journalist Thomas Schwarz.

 

Zum Thema „Arzneimitteleinsatz in der Tierhaltung“ machte Landwirtevorsitzender Wortmann deutlich: „Wir als Tierhalter haben eine Verantwortung. Ich muss so sparsam wie möglich mit Medikamenten umgehen, aber wenn meine Schweine krank sind, möchte und muss ich Ihnen helfen. “

 

 

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