Kreisverbandstag 2019

01. März 2019

"Landwirtschaft im Klimawandel"

Ruhr-Lippe (wlv). „Landwirtschaft im Klimawandel – wie reagieren wir?“, so lautete das Thema des diesjährigen Kreisverbandstages, zu dem der Landwirt-schaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne)  gemeinsam mit seinem Nachbarkreis¬verband Ennepe-Ruhr/Hagen am Dienstagabend in den Freischütz in Schwerte eingeladen hatte. Rund 400 Landwirtinnen und Landwirte sowie weitere Gäste waren zusammen gekommen.

Zu Beginn blickte der Geschäftsführer Heinz-Wilhelm Büscher auf das vergangene Jahr zurück und machte besonders auf den zunehmenden Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen durch die Ausweisung von Gewerbegebieten und anderen Bauvorhaben aufmerksam: „Kulturlandschaft mit jahrhundertealter Tradition und mit gewachsenen Zukunftsbetrieben wird dann mal eben weggebügelt“, sagt er. Man plane über Menschen und Schicksale hinweg ohne nach Lösungen im Konsens zu suchen. Den Bericht aus der Geschäftsstelle finden Sie als pdf-Dokument anliegend.

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte der Meteorologe Dr. Tim Peters zunächst dar, auf welche Wetter­ereignisse sich die heimische Landwirtschaft in Zukunft einstellen muss. „In Nordrhein-Westfalen gab es in den letzten 100 Jahren einen Temperaturanstieg von 1 bis 1,5 Grad Celsius mit allerdings hohen jährlichen Schwankungen“, sagte er. Neben der Temperaturerhöhung müssten sich die Landwirte auf vermehrte extreme Wettersituationen einstellen.  Zudem hielten sich Großwetter­lagen deutlich beständiger und das führe dann zu Über­schwemmungen oder Dürren.

Im Anschluss empfahl der Pflanzenbauexperte der Landwirt­schafts­kammer NRW Dr. Horst Gömann den Landwirten auf die nicht kalkulierbaren Extremwetterlagen mit einer Risikostreuung zu reagieren. „Vielfältige Fruchtfolgen und ein Mix aus früh- mittel- und spätreifen Sorten verringern das Risiko, dass alle Früchte so massiv von extremen Wetterereignissen betroffen werden.“

Dieter Hagedorn, Landwirt und Vorsitzender des Ausschusses für Pflanzenbau des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, bestätigte dieses: „Auf meinem Hof praktiziere ich seit einigen Jahren die Risikostreuung über deutlich breitere Fruchtfolgen.“ Damit sei er natürlich auch von Extremwetterereignissen betroffen, das Risiko von Totalausfällen sei jedoch geringer. Hier mahnte er die Verlässlichkeit von Politik an: „Auflagen und Rahmenbedingungen im Pflanzenbau führen aktuell dazu, dass es für uns Landwirte immer schwieriger wird, verschiedene Früchte, wie zum Beispiel den Raps, anzubauen.“ Das würde zu einer politisch gemachten Verengung der Fruchtfolge führen.

Michael Thews MdB machte als stellvertretender Vorsitzender des Umwelt­ausschusses des Deutschen Bundestages deutlich, dass es primäres Ziel sein müsse, den Klimawandel aufzuhalten und  das Klimaschutzgesetz ein Erfolg werden müsse.

 Bericht aus der Geschäftsstelle ( Dateigröße: 88 KB)

Daten werden geladen …