Kreisverbandstag 2020

01. März 2020

In welche Zukunft steuert die heimische Landwirtschaft?

Hat unsere Landwirtschaft noch eine Zukunft? Diese Frage führte rund 450 Bauern und Bäuerinnen zum diesjährigen Kreisverbandstag nach Schwerte, zu dem der Landwirtschaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne)  gemeinsam mit seinem Nachbarkreisverband Ennepe-Ruhr/Hagen am Donnerstag, dem 27. Februar 2020, in den Freischütz eingeladen hatte.

„In welche Richtung steuert unsere Landwirtschaft?“, fragte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe Hans-Heinrich Wortmann in seiner Begrüßung. Auf der einen Seite favorisiere die Politik die familiengeführte bäuerliche Landwirtschaft, auf der anderen Seite kicke sie aber genau diese Höfe mit ihren Auflagen aus der Landwirtschaft heraus.

Unter der Moderation des stellvertretenden Chefredakteurs des Landwirtschaftlichen Wochenblattes Patrick Liste versuchten Fachleute und Betroffene die Antworten zu finden: Prof. Dr. Alfons Balmann vom Leibniz Institut für Agrarentwicklung prognostizierte einen verstärkten Strukturwandel. Die Margen würden dauerhaft gering bleiben und der Wettbewerbs- und Leistungsdruck in der Landwirtschaft steige permanent, so der Agrarier. Eva Piepenbrock vom Magazin „f3 Food, Farm, Future“  berichtete über ungewöhnliche Wege von Landwirtinnen und Landwirten. Sie stellte verschiedene Startups mit interessanten Ideen vor. So berichtete sie beispielweise von einer Landwirtin, die in den Anbau von Süßlupinen und die Vermarktung der daraus erzeugten Produkte wie Lupinen-Kaffe, Lupinen-Mehl oder Lupinen- Aufstriche eingestiegen sei.  Der heimische Junglandwirt Lukas Born, der in Breckerfeld gemeinsam mit seinem  Bruder einen Hof mit  Milchkühen bewirtschaftet, sagte: „Die Politik nimmt uns jungen Landwirten mit Verordnungen, die sich am Mainstream und nicht an wissenschaftlichen Fakten orientieren, jegliche Planungssicherheit.“ Sein Herz und das seines Bruders schlage für die Kühe, gerne würden sie in den Stallbau investieren. Beide erhofften sich damit auf Dauer ein Auskommen in der Landwirtschaft. In einem neuen Stall könne man effektiver arbeiten und man könne ihn nach  neuen wissenschaftlichen Tierwohlkriterien ausrichten. Aktuell aber hätten viele junge Landwirte Angst zu investieren, weil keiner wisse, ob die Gesetze von heute, nach denen man einen Stall baue, auch morgen noch gelten würden, sagte der junge engagierte Landwirt.

Nach der Podiumsdiskussion konnten sich die Landwirte noch über ein Grußwort der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen Ina Scharrenbach freuen. „Landwirtschaftspolitik in NRW muss auf Wertschöpfung und auf Wertschätzung basieren, den wir wollen die Landwirtschaft in NRW halten“, sagte sie.

Das Schlusswort hielt der neue, seit zehn Tagen im Amt stehende, westfälische Bauernpräsident Hubertus Beringmeier. Landwirtschaft braucht eine Zukunft und zwar eine lebenswerte“, sagte er.2020 werde für die Landwirte ein richtungs-weisendes Jahr. Er appellierte an die jungen Landwirtinnen und Landwirte: „Ihr seid die wichtigsten, wenn es um die Zukunft geht, ihr müsst aktiv mitentscheiden. Lasst uns gemeinsam überlegen, wie es weitergehen soll und kann.“

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