Steinfurter Bauern fahren zur Großkundgebung nach Münster

29. März 2019

Eigentlich hätten die Bauern auf dem Feld und im Stall genug zu tun, aber am kommenden Donnerstag, 4. April, ruht die Arbeit auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben im Kreis Steinfurt. Der Grund ist die Großkundgebung der Bauern aus ganz NRW auf dem Domplatz in Münster. „Bauern brauchen Zukunft, Zukunft braucht Bauern“ steht über der Veranstaltung, die der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und der Rheinische Landesverband (RLV) gemeinsam organisiert haben.  Aus dem Kreis Steinfurt machen sich über 700 Landwirte, Landfrauen und Junglandwirte auf den Weg nach Münster.

Albert Rohlmann, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes Steinfurt, erläutert die Hintergründe.

Herr Rohlmann, worum geht es bei der Kundgebung in Münster?

Bauern brauchen Zukunft. Das ist nicht nur so dahergesagt. Für uns Landwirte im Münsterland geht es um die blanke Existenz. Die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur drastischen Verschärfung des Düngerechts stehen am Ende einer ganzen Reihe von immer mehr kostensteigernden Auflagen und Wünschen an die Adresse der Landwirtschaft. Besonders betroffen sind die tierhaltenden Betriebe. Das Maß ist voll. Viele Bauernfamilien sehen keine Perspektive mehr und denken nicht an betriebliche Weiterentwicklung, sondern ans Aufgeben. Wir müssen den bestens ausgebildeten jungen Leuten auf den Höfen Planungssicherheit und Zukunftsperspektiven bieten, sonst laufen wir Gefahr, dass sie der Landwirtschaft den Rücken kehren. Und das hat fatale Folgen nicht nur für die einzelnen Familien, sondern auch für das Leben und die Wirtschaft im ländlichen Raum. Das wollen wir in Münster persönlich und eindringlich der Öffentlichkeit und der Politik deutlich machen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser werden auf dem Domplatz zu den Bauern sprechen. Was erwarten Sie von den Politikerinnen?

Wir brauchen nicht noch mehr Vorschriften, sondern Klarheit, Planungssicherheit und Perspektiven. Wollt Ihr uns noch? Ist die Landwirtschaft, für die unsere Familienbetriebe seit Generationen stehen, überhaupt noch gewünscht? Auf diese Frage müssen uns die Ministerinnen aus Berlin und Düsseldorf eine ehrliche Antwort geben. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo sich Politik und Gesellschaft entscheiden müssen, ob sie auch in Zukunft noch eine von bäuerlichen Familienbetrieben getragene, flächendeckend produzierende Landwirtschaft in Deutschland wollen. Wir fordern eine faire Diskussion, unter welchen Voraussetzungen dies möglich wäre.

 

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