Bedeutung der Tierproduktion für den Kreis Warendorf

26. Februar 2014

90 Prozent aller Schweine in NRW sind in Westfalen-Lippe aufgestallt. Führend sind die Kreise Borken, Steinfurt, Warendorf und Coesfeld. Im Verbund mit den vor- und nachgelagerten Branchen, dem sogenannten Agrobusiness, stellt die Landwirtschaft in NRW fast 10 Prozent aller Arbeitsplätze. Auch der Kreis Warendorf profitiert in erheblichem Maße von der Landwirtschaft. Am Dienstagabend präsentierten WLV-Kreisverband, Sparkasse Münsterland Ost und Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (gfw) gemeinsam das Agrobusiness im Sparkassenforum Warendorf. Umfassendes Zahlenmaterial lieferte Prof. Dr. Wolf Lorleberg von der Fachhochschule Südwestfalen, der im Auftrag des WLV die „Regionale Wertschöpfung aus der Tierproduktion“ analysiert hat.

Die Landwirtschaft steht im Fokus der Öffentlichkeit. Insbesondere die Tierhaltung wird immer wieder kritisiert. Dabei ist sie es, die eine besondere Bedeutung in Nordrhein-Westfalen hat: Rund die Hälfte des Produktionswertes der Landwirtschaft in NRW wird durch die Tierhaltung erzielt – rund 3,1 Mrd. EUR im Jahre 2010. Und: Mit fast 1,5 Mrd. EUR war die Schweinehaltung der wirtschaftlich stärkste Bereich. 90 Prozent aller Schweine in NRW sind in Westfalen-Lippe aufgestallt. Zu den führenden Kreisen gehört auch der Kreis Warendorf.

Die Agrarproduktion Nordrhein-Westfalens belief sich in 2010 auf rund 6,2 Mrd. EUR. Obwohl ihre wirtschaftliche Bedeutung im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft des Bundeslandes eher gering erscheint, muss man die Landwirtschaft in ihrem Verbund mit allen vor- und nachgelagerten Branchen – dem so genannten Agrobusiness – betrachten. Erkennbar wird eine enorme volks- und regionalwirtschaftliche Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft: So stellte im Jahre 2010 das Agrobusiness NRW knapp 10 Prozent aller Arbeitsplätze (844.233 Personen).

Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Tierhaltung, Landwirtschaft und Agrobusiness in NRW hat Prof. Dr. Wolf Lorleberg von der Fachhochschule Südwestfalen im Auftrag des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes analysiert. Sein Fazit: Tierhaltungs-Agrobusiness ist mit 280.000 Arbeitsplätzen und über 13 Mrd. EUR Wertschöpfung eine entscheidende regionale Wirtschaftsgröße in NRW. Und: Trotz zunehmender Exportbeziehungen gelten lokale Bezugs- und Absatzmärkte als entscheidende Standortvorteile und Wettbewerbsfaktoren, weil sie aufgrund der räumlichen Nähe planbarer und kalkulierbarer sind. Der landwirtschaftlichen Tierhaltung in NRW kommt als lokaler Absatzmarkt für Vorleistungen und gleichzeitig als Lieferant für die nachgelagerten Schlacht- und Fleischverarbeitungsunternehmen eine Schlüsselstellung zu.

Die gesamte Studie "Regionale Wertschöpfung aus der Tierproduktion" finden Sie auf wlv.de Rubrik "Dokumente"

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