Klare Position zum Gewässerschutz

16. Februar 2016

Landwirtschaft und Kreis sind gemeinsam aktiv

"Was nicht ins Wasser gehört, darf nicht rein!"

Beim Jahresgespräch zwischen Kreisverwaltung und Vertretern der Landwirtschaft wurden klare Worte gesprochen: „Was nicht ins Wasser gehört, darf da auch nicht rein“, so Hermann-Josef Schulze-Zumloh. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes nahm deutlich Stellung zu der Tatsache, dass derzeit an etlichen Stellen im Münsterland Abwasserpilze gefunden werden. „Wo die Landwirtschaft Verursacher ist und nachbessern muss, wird sie es tun. Wir müssen Wert legen auf saubere Hofstellen“, so der Landwirt. Eine klare Positionierung, die die Kreisverwaltung ebenfalls einnimmt: „Wir möchten ein Informationsblatt herausgeben mit konkreten Beispielen, was ein Landwirt auf seinem Hof verbessern kann, um mögliche Einträge ins Wasser zu vermeiden“, so Landrat Dr. Olaf Gericke. In Kürze soll das Papier mit anderen Münsterlandkreisen abgestimmt werden.


Sichtlich erleichtert berichtete Kreisveterinär Dr. Andreas Witte von den Bemühungen, im Kreisgebiet die Rinderseuche BHV1 erfolg-reich bekämpft zu haben. „Wir sind BHV1-frei“, so der Veterinärme-diziner. Damit hat der Kreis eine wichtige Hürde genommen: Um in den Rinderbeständen das Herpesvirus auszumerzen, regelt in NRW seit Ende 2014 eine neue Landesverordnung die verschärfte Bekämpfung der Seuche mit dem Ziel, durch die EU als BHV1-freies Bundesland anerkannt zu werden. Mittelfristig soll in allen Bundesländern das Virus in den Rinderherden ausgemerzt und ganz Deutschland von der EU als BHV-1-frei anerkannt werden.

Antibiotika-Datenbank: Therapiehäufigkeit schon verringert

Seit Sommer 2014 müssen alle Landwirte mit Masttieren ab einer bestimmten Bestandsgröße in eine Antibiotika-Datenbank eintragen, welche Antibiotika verabreicht wurden. Aus den eingetragenen Daten wird die Therapiehäufigkeit ermittelt. Hieraus ergibt sich, ob für den jeweiligen Bestand wenig oder viel Antibiotika im Vergleich zu anderen Betrieben verabreicht wurden. Bei auffälligen Betrieben erstellen die Landwirte mit ihren Tierärzten nach ausführlicher Ursachenforschung gezielt Maßnahmenpläne. „Bis zum 31.01.2016 waren die Maßnahmenpläne  für den zweiten Durchgang einzureichen. Ein Vergleich der Daten zwischen dem ersten und zweiten Durchgang zeigt, dass sich die Therapiehäufigkeit schon verringert hat. Ich gehe davon aus, dass die ergriffenen Maßnahmen zu einer weiteren Verringerung  des Antibiotikaeinsatzes in unserem Kreisgebiet führen werden“, so Dr. Andreas Witte.

„Im Bereich Artenschutz haben wir schon viel getan“, berichtete der Leiter des Amtes für Planung und Naturschutz, Heinz-Jürgen Müller, und nannte als Beispiele Kiebitz und Rohrweihe. Weitere Maßnahmen werden gemeinsam mit der Landwirtschaft fortgeführt. Die Artenschutzthemen werden am „Runden Tisch Biodiversität“ auch mit Vertretern der Biologischen Station und der Naturschutzverbände erarbeitet.
Für den in Aufstellung befindlichen Landschaftsplan Sendenhorst-Albersloh  sagte der Kreis zu, das Verfahren in bewährter Art und Weise abzuarbeiten.

Das Bild zeigt die Vertreter aus Landwirtschaft und Kreisverwaltung bei ihrem Jahresgespräch (v.li.): Heinz-Jürgen Müller (Amtsleiter Planung und Naturschutz), Ulrich Bultmann (Geschäftsführer LWK Warendorf), Dr. Andreas Witte (Leiter Kreisveterinäramt), Landrat Dr. Olaf Gericke, Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Kreisverbandsvors.), Dezernent Friedrich Gnerlich, Ordungsdezernentin Petra Schreier, Carsten Rehers (Leiter Kreisumweltamt), Karl Werring (Kreislandwirt), Dr. Matthias Quas (Geschäftsführer Kreisverband).

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