"Wetterkapriolen gehören zu unserem Betriebsrisiko"

18. September 2018

Landwirte im Gespräch mit SPD-Politikern

Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup hat den Vertretern des WLV die Nachricht überbringen können, dass der Kreis Warendorf für den Glasfaserausbau über die schon bewilligten 30 Millionen Euro hinaus weitere 25 Millionen Euro bekommen soll. Die Resonanz bei den Landwirten war überaus positiv: Denn diese Förderung ermögliche ein flächendeckendes Glasfasernetz im Kreis Warendorf und schaffe auch im Bereich der Landwirtschaft 4.0 die richtigen Voraussetzungen für den Einsatz neuer Technologien.
Neben dem Zukunftsthema Digitalisierung in der Landwirtschaft betrachteten die Gesprächsteilnehmer aber auch die aktuellen Herausforderungen: Eine gute Roggenernte, eine vorwiegend unterdurchschnittliche Weizenbilanz, Einbußen beim Mais – es zeichne sich ein „heterogenes Bild“ ab, wenn man die Ernte dieses Jahres betrachte, erläutert Hermann-Josef Schulze-Zumloh. Der Vorsitzende des Westfälischen Landwirtschaftsverbandes im Kreis Warendorf nutzte das Treffen mit den beiden SPD-Politikern Bernhard Daldrup und Annette Watermann-Krass, um ihnen die Auswirkungen der Dürre in der Region darzustellen. Viehhalter müssten vor allem bei den Futtermitteln aufgrund der Dürre 15 bis 20 Prozent draufzahlen. Dennoch, so betont er, würden Entschädigungszahlungen von den Landwirten im Kreis nicht sehr positiv gesehen. „Der Umgang mit Wetterkapriolen gehört schließlich zum wirtschaftlichen Risiko unseres Berufsstandes.
Der WLV-Kreisverband fordere stattdessen eine steuerfreie Risikorücklagenbildung, mit der sich Landwirte zukünftig selbst absichern können. Der Bundestagsabgeordnete Daldrup warf allerdings ein, dass ein Gutachten der Bundesregierung zur Risikoausgleichsrücklage vor allem großen landwirtschaftlichen Betrieben mit viel Eigenkapital helfe. „Wir wollen aber diejenigen unterstützen, die nicht so gut aufgestellt sind.“ Er sei in der Sache allerdings gesprächsbereit.
Annette Watermann-Krass, die im Landtag im Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss vertreten ist, hakte zudem nach, wie die Landwirte denn mit den veränderten Umweltbedingungen umgingen. Schulze-Zumloh erklärte, dass viele bereits seit Jahren auf frühreife Sorten zurückgriffen, die nicht erst im August geerntet werden könnten. Neben der Sortenwahl sorge auch eine schonende Bodenbearbeitung für eine bessere Ernte, indem man beispielsweise weniger pflüge. Das sei zwar für die Jungpflanzen zunächst von Nachteil, schone aber die Wasserspeicherkapazität des Bodens für die heißen Sommertage.

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