Diekhoff (FDP): Der Bund muss vollständig für den Wolf haften

19. Februar 2019

Die Bauern haben „große Manschetten vor dem Wolf“: Er reißt nicht nur Weidetiere, sondern verursacht auch Folgeschäden, wenn etwa erschreckte Tiere ausbrechen und im Straßenverkehr Unfälle verursachen. Für den FDP-Landtagsabgeordneten Markus Diekhoff steht daher fest: „Wenn die Gesellschaft die Ansiedlung des Wolfes will, dann muss der Bund eine hundertprozentige Haftung übernehmen“. Außerdem fordert der FDP-Politiker die Möglichkeit, Wölfe in Regionen mit dichter Besiedlung oder vielen Weidetieren auch zu schießen. „Beim Rotwild oder Damwild haben wir gesetzlich festgelegte Verbreitungsgebiete. Warum nicht auch beim Wolf?“
In seinem Jahresgespräch mit Vertretern der Landwirtschaft sprach der FDP-Politiker mit dem Kreisverbandsvorstand Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Paul Verenkotte und Andreas Westermann, mit Kammerpräsident Karl Werring sowie Geschäftsführer Dr. Matthias Quas. Dabei standen neben dem Landesjagdgesetz auch die Wasserrahmenrichtlinie und das Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen auf der Tagesordnung: Das Verbandsklagerecht, das im Jahre 2013 von der rot-grünen Landesregierung eingeführt worden war, wurde von der NRW-Koalition aus CDU und FDP nicht verlängert. Das ist aus Sicht der Landwirte eine längst überfällige Entscheidung, so Karl Werring. „Wie Teile der Gesellschaft und der NGOs mit uns Landwirten umgehen, ist ein Unding. Wie kann man denjenigen ein Mitspracherecht einräumen, die die Landwirtschaft am liebsten ganz abschaffen würden?“ kritisierte der Präsident der Landwirtschaftskammer. „Mir ist es schleierhaft, wie man so riskiert, eine ganze Branche vor die Wand laufen lassen kann“, bekräftigte Diekhoff als Sprecher der FDP-Landtagsfraktion für das Themenfeld Umwelt und Landwirtschaft und betonte: „Landwirtschaft ist im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. Wir wollen starke und erfolgreiche Betreibe im Kreis Warendorf.“

"Bei einer Tierhaltung, wie Frau Klöckner sie vorsieht, müssen wir 20 EUR pro Schwein mehr verdienen"

Mit Blick auf die Nutztierhaltungsstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist der Kreisverbandsvorsitzende Schulze-Zumloh überzeugt: „Bei einer Tierhaltung, wie Ministerin Julia Klöckner sie vorsieht, müssen wir pro Schwein 20 Euro mehr erzielen, um die Kosten zu decken.“
Immer häufiger seien die Landwirte Zielkonflikten ausgesetzt zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und gesetzlichen Vorschriften. So müssten etwa in größeren Ställen Luftwäscher installiert werden, um die Feinstaubbelastung zu minimieren, während die Verbraucher erwarten, dass die Landwirte ihren Tieren Außenklimareize anbieten. „Beides geht nicht“, so Hermann-Josef Schulz-Zumloh.

Wasserschutz: Größtmöglicher Erfolg durch Kooperation

Mit Blick auf den Wasserschutz machten die Landwirte deutlich, wie wichtig ihnen der Trinkwasserschutz ist. Ein kooperativer Ansatz verspricht den größtmöglichen Erfolg. Der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, in den roten Grundwassergebieten keine Zwischenfrüchte mehr zu düngen, sei allerdings wenig hilfreich: „Da wächst dann nichts. Stattdessen mergeln wir nur unsere Böden aus“, so der Kreisverbandsvorsitzende. Bei der ökologischen Verbesserung der Oberflächengewässer ist man im Kreis Warendorf auf einem guten Weg. „Wir arbeiten mit dem Kreis zusammen und haben die Wasser- und Bodenverbände Mitte letzten Jahres zu einem Landesverband zusammengeschlossen“, so Schulze-Zumloh. Er bot sich an, bei FDP-Gesprächen zum Landesnaturschutzgesetz gerne als Referent teilzunehmen. Ein Angebot, welches Diekhoff für die FDP gerne annahm.

Foto: Sprachen über Tierhaltung, Wasserschutz und Landesjagdgesetz:
FDP-Landtagsabgeordneter Markus Diekhoff (Mitte) im Gespräch mit den Landwirten (v.l.) Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Paul Verenkotte, Kammerpräsident Karl Werring, Andreas Westermann und Geschäftsführer Dr. Matthias Quas.


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