Mais und Zuckerrübe binden Kohlendioxid effektiver als viele andere Pflanzen

06. September 2019

Wenn in diesen Tagen der Mais geerntet wird, dann haben die Pflanzen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Denn Mais wandelt stärker als viele andere Pflanzen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) durch Photosynthese in Sauerstoff um: 1 Hektar Mais speichert rund 30 Tonnen CO2 und recycelt somit den CO2-Ausstoß von rund 250.000 Km Autofahrten und liefert den Jahressauerstoffbedarf für etwa 60 Menschen.

1 ha Mais liefert Sauerstoff für 60 Menschen

Mit im Rennen um einen der führenden Plätze bei der Umwandelung von klimaschädlichem Kohlendioxyd in pflanzliche Biomasse ist die Zuckerrübe: Auch sie bindet auf einem Hektar rund 35 Tonnen Kohlendioxid und setzte 26 Tonnen Sauerstoff frei.
Landwirt Christoph Wolfslau setzt seit 3 Jahren auf die Zuckerrüber: Trotz der sandigen Böden baut er zusammen mit Landwirt Manfred Hülsmann in Sassenberg auf 7 Hektar Zuckerrüben an. Damit bewirtschaften die beiden eine Randlage. Denn eigentlich mag diese Kulturpflanze lieber schwere, nasse Böden. „Wir wollten mal andere Wege gehen“, sagt der studierte Landwirt und blickt über sein Feld, auf dem rund 85 Tonnen je Hektar heranwachsen.

Zuckerrüben in Randlage liefern trotzdem gute Erträge

Nach den Regenfällen der vergangenen Woche sieht das Blattgrün auch sehr frisch aus. „In der Trockenzeit ist das anders. Dann fehlt den Pflanzen Wasser und die Blätter liegen platt am Boden“. In dieser Zeit bilden die Pflanzen besonders viel Zucker. Sobald es wieder regnet, investiert die Pflanze ins Wachstum. Die Rüben arbeiten wie kleine Fabriken, in denen der Zucker nach dem Prinzip der Fotosynthese ganz natürlich gebildet und gespeichert wird. Schon 10 Zuckerrüben ergeben 1 Kilo Zucker und brauchen dafür 1 Quadratmeter Boden. Die Zuckerrübe ist damit der Lieferant der höchsten Nahrungsenergie pro Flächeneinheit. Mit einem Wassergehalt von etwa 75 Prozent profitiert sie bei wechselnden Witterungsbedingungen von ihrer guten Wassernutzungseffizienz. Das verdankt sie ihrem mächtigen Wurzelapparat, der bis zu 2,5 Meter in die Tiefe reicht. Zusammen mit ihrer langen Vegetationszeit trägt die Zuckerrübe aktiv zum Wasser- und Bodenschutz bei. Darüber hinaus werden stolze 100 Prozent der Pflanzen verwertet: als Zucker, als Tierfutter in Form von Rübenschnitzeln oder Melasse und als Dünger.

Die Maispflanze benötigt dank eines sehr effizienten Transpirationssystems recht wenig Wasser. Fast keine andere Pflanze braucht weniger Wasser zur Bildung von  Trockenmasse und Energie. Das macht sie so wertvoll als Nahrungs- und Futtermittel. So reicht ein Hektar Mais beispielsweise für die Ernährung von 37 Schweinen oder 7 Mastrindern. Die Menschen freuen sich stattdessen über Cornflakes oder Maisgrieß. Und als Rohstofflieferant in der Erzeugung von Bioenergie in Biogasanlagen liefert 1 Hektar Mais rund 9.000 m3 Biogas. Das entspricht rund 16 Megawattstunden Strom und dem Bedarf von 5 Haushalten.
Im Kreis Warendorf werden rund 85.000 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt. Auf 13.000 ha wird Körnermais und auf rund 12.000 ha Silomais angebaut. Die Zuckerrüben wachsen auf rund 160 ha im Kreisgebiet. „Wir erwarten eine durchschnittliche Ernte von insgesamt etwa 650 Tonnen Zuckerrüben. Das ist für diesen Sandboden schon recht gut. Die gesamte Ernte geht zur Zuckerfabrik Pfeifer & Langen in Lage“, so Wolfslau.

Das Foto zeigt die beiden Sassenberger Landwirte Christoph Wolfslau und Manfred Hülsmann.

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