Erntekrone: Landrat und Kammerpräsident rücken Klimawandel ins Blickfeld

27. September 2019

„Die Buche hat viele Jahrhunderte auf dem Buckel. Aber jetzt gehen 200jährige Bäume ein, die durchaus noch mehrere hundert Jahre vor sich gehabt hätten. Das ist kein Zufall“, ist Landrat Dr. Olaf Gericke überzeugt und betont: „Wir müssen über Klimafolgenanpassung nachdenken.“ Damit erntete der Landrat einstimmiges Kopfnicken, als ihm die Vertreter der Landwirtschaft die Erntekrone überreichten.

"Buchen sterben hunderte Jahre vor ihrem eigentlichen Alterslimit - das ist kein Zufall"


 „Es setzt uns zu, dass die Landwirtschaft immer als erstes für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird. Bundesweit ist die Landwirtschaft mit 7 Prozent für die klimarelevanten Emissionen verantwortlich. Wir sind ein kleiner Teil des Problems, aber ein großer Teil der Lösung“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Karl Werring. So werde durch Böden und Pflanzen CO2 gebunden. Gleichzeitig leide die Landwirtschaft selbst immens an den Folgen des Klimawandels: Nach dem zweiten trockenen Jahr in Folge sei der Wasserspeicher in den Unterböden im letzten Winter kaum aufgefüllt worden, die Grasnarben konnten sich nicht erholen. Nun fehle insbesondere Rinderhaltern Futter, das teuer zugekauft werden müsse. Bei den Schweinehaltern sei die Futtersituation etwas weniger angespannt, allerdings müssten sie nach wie vor den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest fürchten. „Auch wenn im Moment wenig darüber gesprochen wird: Die Gefahr ist da.“

"Klimawandel: Wir sind ein kleiner Teil des Problems - aber ein großer Teil der Lösung"


Die Ernteerträge seien nicht nur regional, sondern lokal recht unterschiedlich. Schon eine Differenz um 100 Meter entscheide darüber, wo ein Regenschauer zur rechten Zeit über die Felder gehe oder eben nicht. „Das Thema Wasser und die Beregnung von Feldern wird immer wichtiger und eine Antwort auf die Frage, ob künftig nur bestimmte Feldfürchte bewässert werden dürfen oder auch Futteranbau für die Tiere“, so Werring. Doch bei allen Sorgen dürfe nicht vergessen werden, dass es den Landwirten vor Ort recht gut gehe. „Wir können ernten, was wir gesät haben. Auch wenn die Erträge je nach Witterung unterschiedlich ausfallen. In anderen Erdteilen leben viele Menschen unter sehr schlechten Verhältnissen.“ Auch der Landrat betonte: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie von Ihren Erträgen leben können.“

"Wir sind stolz auf unsere Erntekrone"

Für den landwirtschaftlichen Ortsverband Velsen, der in diesem Jahr gemeinsam mit Landfrauen und Landjugend die Erntekrone gebunden hat, sprach Vorsitzender Peter Stratmann: „Wir haben den Weizen für die Erntekrone mit historischen Maschinen geerntet. Es war gar nicht so einfach, den passenden Reifegrad zu erwischen und anschließend die Ähren gegen Vögel zu sichern. Aber ich bin stolz auf unsere Verbandsmitglieder, denn niemand von uns hat zuvor eine Erntekrone gebunden. Und jetzt ist sie wunderschön.“
Die Erntekrone hängt bereits in voller Schönheit im Foyer des Kreishauses.

Foto: Landrat Dr. Olaf Gericke nahm die Erntekrone entgegen von den Vertretern der Landwirtschaft: Kammerpräsident Karl Werring, Helmut Eismann (stellv. LWK-Geschäftsführer) Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Kreisverbandsvorsitzender), Dr. Matthias Quas (Kreisverbands-Geschäftsführer), Gertrud Vornholt Wickensack (Vorstand Kreislandfrauen), den Landwirtschaftsvertretern des Ortsverbandes Velsen Nadine und Peter Stratmann (Vors.), Renate Stallbaum, Hubert Heuer, Robert Lippermann, Reinhard Rüschenschulte und Heinz Dahlmann. Ebenfalls anwesend waren die Dezernenten Petra Schreien (Ordnung), Dr. Herbert Bleicher (Umwelt), Marin Terwey (Planung und Naturschutz) sowie Kriesveterinär Dr. Hubert Hemmis.

 

 

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