Das Land blüht

08. April 2013

Bauern in Kreis starten mit der Anlage von Blühstreifen

Dem Kreis Borken blüht was: Hunderte Ackerstreifen mit bunten Wildblumen, Kräutern und Gräsern werden im Sommer entlang von Straßen, Rad- und Wanderwegen ihre volle Farbenpracht entfalten. Über 200 Landwirte in allen Kommunen des Kreises starten in diesen Tagen parallel zur Maisaussaat damit, Blühstreifen auf ihren Ackerflächen einzusäen. Freiwillig und unentgeltlich.

Auf Initiative des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes hin wollen Bauern die Region in diesem Jahr erblühen lassen wie noch nie. Allein in Vreden machen rund 80 Landwirte auf über 100 Flächen mit, wie der Vorsitzende des Ortsverbandes Ellewick-Crosewick-Zwillbrock, Thomas Siehoff, stellvertretend für die vier Vredener Landwirtschaftlichen Ortsverbände berichtet: „Wir möchten zeigen, dass eine intensive Landwirtschaft, wie wir sie hier im Kreis betreiben, nicht im Widerspruch zu einem attraktiven Landschaftsbild stehen muss.“

Martin Schlamann aus Crosewick hat bereits die Sähkombination an seinem Schlepper angehängt. Hiermit bringt er die von einem örtlichen Lieferanten eigens für die Aktion gestiftete Ansaatmischung in die vorbereiteten Furchen am Rande seines Ackers aus. Ansonsten wird er in den nächsten Tagen auf dem Feldstück Mais legen, der ihm mit der Ernte im Herbst als Nahrungsgrundlage für seine Schweine dienen soll. Im Sommer bereits wird der knapp drei Meter breite Blühstreifen Nahrung für Bienen und andere Insekten bieten sowie Rückzugsraum sein für bodenbrütende Vögel oder für Hase, Rebhuhn & Co. „Die hiesige Landwirtschaft steht häufig in der Kritik wegen angeblicher Maismonokulturen. Mit der Teilnahme an der Aktion möchten meine Berufskollegen und ich zeigen, dass uns die Natur nicht egal ist.“ Diese unentgeltlich angelegten Streifen ergänzen die mit mehr Aufwand verbundenen mehrjährigen Blühflächen, die sich Landwirte unter anderem über Agrarumweltprogramme der EU fördern lassen können.

In enger Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer hat der Landwirtschaftliche Kreisverband bei den zurückliegenden Winterversammlungen der 35 Ortsverbände für die Initiative geworben. Dabei sei man vielfach auf spontanen Zuspruch gestoßen, wie der Sprecher des Öffentlichkeitsausschusses im Landwirtschaftlichen Kreisverband, Markus Weiß (Gemenwirthe), erzählt: „Häufig wurden sofort Listen rumgereicht, wo sich viele Berufskollegen direkt eingetragen haben.“ Die Umsetzung ist nicht an strikte Vorgaben gebunden. In örtlichen Kooperationen mit Landhändlern, Genossenschaften, Lohnunternehmern, Imkern, dem Hegering und anderen Institutionen sind viele Ortsverbände in der Folge aktiv geworden und haben eigene Lösungen gesucht und gefunden, so Weiß: „Die Teilnahme soll möglichst unkompliziert sein.“ Dabei wolle man keine Konkurrenz aufbauen zu anderen jüngst ins Leben gerufenen Blühstreifen-Initiativen: „Aktivitäten in diese Richtung werden von uns begrüßt und unterstützt. Am Ende ist aber klar, dass die Bauern die Hauptakteure sind, die ihre Flächen und ihre Arbeitskraft hierfür zur Verfügung stellen.“

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