Experte rät Landwirten zu Risikosplittung
Veranstaltung des AgrarForums zu Rohstoffmärkten

12. April 2013

Die Zeiten des rasanten Größenwachstums in der hiesigen Landwirtschaft gehen vermutlich zu Ende. Für Bauern im Kreis Borken wird hierdurch unter anderem die Bedeutung optimierter Absatz- und Beschaffungsstrategien zunehmen. Davon geht die Volksbankengruppe im Kreis, die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW sowie der Landwirtschaftliche Kreisverband als Partner im AgrarForum Westmünsterland aus. Eine neue Veranstaltungsreihe soll Landwirte nun in die Lage versetzen, das Auf- und Ab der agrarischen Märkte besser für sich zu nutzen. Der Auftakt hierzu fand jetzt in Stadtlohn statt zum Schwerpunkt Agrarrohstoffmärkte.

Interessierte Mitglieder des Kreisverbandes waren in die Gaststätte „Zum Breul“ gekommen, um mit Referent Klaus Baumann zum Thema „Futter, Getreide, Ölsaaten – Trends der ‚grünen‘ Agrarmärkte“ zu diskutieren. Baumann ist Experte für den Bereich Pflanzenbau und Düngemittel bei der „Agrarmarkt Informations-Gesellschaft“ (AMI) in Bonn. Die AMI fungiert als neutraler Berichterstatter unter anderem für die Bundesregierung, Verbraucherschutzorganisationen, Industrie und Medien.

Während der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Ludger Schulze Beiering, in seiner Begrüßung noch auf die Preise bei den Futtermitteln verwies, die im Vergleich zu den Erlösen tierischer Landwirtschaftsprodukte zu hoch seien, konnte Baumann in seinem Vortrag von aktuell fallenden Futtergetreidepreisen auf den internationalen Märkten berichten. 2012 habe die Bundesrepublik einen Agrarrohstoffüberschuss erwirtschaftet: „Deutschland ist auf den internationalen Agrarmärkten immer dann stark, wenn Qualität gefragt ist.“ Schwellenländer wie Indien würden zwar im Getreideexport zulegen, könnten aber in aller Regel nur mindere Qualitäten liefern.

Weltweit ist die industrielle Nutzung für Bioenergie rückläufig. Laut AMI werden weniger als zehn Prozent der globalen Getreideproduktion für Biosprit, Biogas und Co. eingesetzt. Die vielfach geführte Teller-Tank-Diskussion treffe das Problem demnach nicht im Kern: „In Zeiten schlechter Qualitäten ist Bioenergie sogar ein wichtiges Marktventil, da die Nutzung für Brotgetreide eine gewisse Güte voraussetzt.“

Die Preisschwankungen an den Märkten für Futter- und Brotweizen beschrieb der Marktexperte als beträchtlich, was auch an den zuletzt deutlich geringer gewordenen weltweiten Beständen liege. Hochrechnungen zufolge reichen beispielsweise die weltweiten Weizenreserven nur noch für 96 Tage.

Im Zuge der Veranstaltung nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit zur Diskussion mit dem Referenten, der allen Beteiligten zum Schluss als Rat mit auf den Weg gab: „Teilen Sie als umsichtiger Unternehmer ihr Risiko auf zwischen der Absicherung über langfristige Kontrakte und dem flexiblen Zugriff auf Tagesmärkte.“

Die nächste Marktveranstaltung findet statt am 17. September zum Schwerpunkt Fleisch und Milch - Trends der „roten und weißen“ Agrarmärkte.

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