Bauern lassen es über 700 Mal blühen

31. Juli 2013

Kreisweit bereichern Blühstreifen Natur und Landschaftsbild

Rund um Phacelia, Sonnenblume, Sommerwicken und Co. ist richtig Betrieb. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge sind unterwegs, suchen und finden Nahrung. So wie am 500-Meter langen Blühstreifen an der Woorte in Burlo summt und brummt es derzeit an rund 700 Stellen im Kreis Borken. Flächendeckend haben Landwirte im April und Mai gesät und den Kreis zum Blühen gebracht: freiwillig und unentgeltlich.

Ludger Schulze Beiering (Weseke), Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, hat selber auch gesät und freut sich zudem, dass es ihm über 400 Berufskollegen gleichgetan haben: „Wir wollten etwas für die Artenvielfalt machen und im gleichen Zuge unsere Maisflächen optisch auflockern.“ Denn nur dort ist die Anlage dieser Streifen momentan unkompliziert möglich, ohne in Konflikt mit der Förderfähigkeit der Flächen zu kommen: „Unser Ziel ist es, dass wir das auch an Getreideflächen machen dürfen, ohne sie extra ausmessen und das dann bürokratisch abarbeiten zu müssen.“ Ortsverbandsvorsitzender Bernhard Grave (Gemen) pflichtet ihm bei: „Die Bauern machen das nicht, wenn es zu kompliziert ist. Aber so konnte ich unsere Berufskollegen im Ort schnell begeistern mitzumachen.“

Auf Initiative des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer NRW war die Aktion im letzten Winter auf den  Winterversammlungen der Landwirtschaftlichen Ortsverbände bekannt gemacht und beworben worden. Vor Ort haben sich die Landwirte häufig mit Imkern und Jägern abgestimmt. Schnell waren auch einige Lohnunternehmer bereit, bei der Einsaat der Streifen zu unterstützen. Auch Genossenschaften und Landhändler haben sich gerne beteiligt und Saatgut kostenlos zur Verfügung gestellt, wie Jan-Bernd von Mulert für die Raiffeisen Westmünsterland ausführt: „Ich habe passende Saatmischungen für unsere Kunden zusammengestellt, die an der Aktion teilnehmen. Allein bei uns haben über 200 Landwirte diese Mischung abgeholt.“ So ist die Aktion im wahrsten Sinne des Wortes gewachsen und gediehen.

Das soll auch im kommenden Jahr so sein, wie Ortsverbandsvorsitzender Alfons Reckert (in Aussicht stellt: „In diesem Jahr ist meine Saat nicht so angegangen, wie ich mir das gewünscht hätte. Im nächsten Jahr kann ich diese Erfahrung nutzen und es noch mehr blühen lassen.“

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