Neue Strategien für den Wald

30. Oktober 2014

Försterin Andrea Balke referiert vor 70 Landsenioren

In keinem anderen Wirtschaftszweig gilt der Generationenvertrag so fest wie in der Land- und Forstwirtschaft. Um diesen vor dem Hintergrund des Klimawandels auch heute gegenüber Enkeln und Urenkeln zu bekräftigen, müssen insbesondere Waldbauern neue Strategien finden. Hierzu referierte Bezirksförsterin Andrea Balke vom Regionalforstamt Münsterland am Mittwoch vor 70 Besuchern in Südlohn. Die Landsenioren im Kreis Borken hatten in die Gaststätte Terhörne eingeladen.

„Im Wald müssen wir für 150 Jahre vorausdenken. Mit welchen Baumarten werden unsere Enkel und Urenkel noch glücklich?“, fasste die seit 20 Jahren für den Forstbetriebsbezirk Velen (inklusive Gescher und Südlohn) zuständige Fachfrau eine wesentliche Herausforderung ihres beruflichen Alltags zusammen. Immer stärker gehe man heutzutage fürs Münsterland Richtung standortgerechte genetische Vielfalt in den Wäldern. Balke empfiehlt den privaten Waldbesitzern, die sie betreut, immer häufiger die Anlage von Mischwäldern. Es habe ein Umdenken stattgefunden angesichts zunehmender Hitze- und Nässeextreme. Ein Beispiel: „Früher waren Birken aufgrund ihrer eingeschränkten Nutzungseigenschaften verpönt. Als Pionierbaumart sind sie aber genauso wie Erle oder Kiefer besonders zäh und in der Lage, auch mit widrigen Bedingungen klar zu kommen.“

Um den Wald als System intakt zu halten sei ein Einklang von Ökonomie und Ökologie wesentlich. Hierfür brauche es ein entsprechendes Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften, das in der Land- und Forstwirtschaft erfunden worden sei: „Wir müssen unsere Jugend sensibilisieren und ihre Neugier wecken. Wir würden uns freuen, wenn wieder mehr Kinder in den Wald kämen.“ Im Forstbezirk Velen bietet Balke regelmäßig Führungen an, hieran haben zuletzt 350 bis 500 Schüler pro Jahr teilgenommen. Kontakt: Andrea Balke, Tel. 02861/ 8099-237.

Zum Thema: Landsenioren Kreis Borken

Seit 2009 besteht die Veranstaltungsplattform der „Landsenioren im Kreis Borken“. Der Landwirtschaftliche Kreisverband und die Katholische Landvolk Bewegung stehen hinter der Initiative. Ein Vorbereitungsteam unter der Leitung von Wilhelm Jünck (Velen) organisiert jährlich vier bis fünf Gesprächs- und Vortragsveranstaltungen, Tagesfahrten und andere Angebote für regelmäßig 50 bis 150 Teilnehmer.

Presse-Kontakt

"Im Wald müssen wir für 150 Jahre vorausdenken": Försterin Andrea Balke (l.) referiert im vollbesetzten Saal der Gaststätte Terhörne bei den Landsenioren im Kreis Borken mit deren Sprecher Wilhelm Jünck (r.). Foto: Stephan Wolfert, WLV

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