Junges Gemüse im Blick

04. August 2015

Landwirtschaft in der Schule: Klenke sichert Unterstützung zu/
Regierungspräsident besucht Gemüsehof Weddeling in Borken

Wer näher dran ist, kann mehr erkennen. Dieser Überzeugung folgend taucht Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke ohne zu zögern ab ins Kohlfeld, um sich aus erster Hand von Gemüsebauer Josef Weddeling das Wachstum von Wirsing und Weißkohl und erklären zu lassen. Auf Einladung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes ist der Regierungspräsident in der letzten Woche auf den Hof Weddeling nach Borken-Hoxfeld gekommen. Ein Ergebnis der Gespräche in lockerer Atmosphäre: Landwirtschaft muss begreifbarer werden. Dafür ist es wichtig, dass sich insbesondere Schüler und Lehrer im Münsterland aus nächster Nähe über die Herkunft ihrer Lebensmittel informieren. Wie man dieses umsetzen kann, darüber soll es Gespräche geben.

Regionalplanung, Energiewende, Wasserrahmenrichtlinie, Unterricht an Schulen: Aufgaben wie diese bilden Schnittstellen zwischen Bezirksregierung und Landwirtschaft und sind Thema beim Hofbesuch, zu dem sich Vertreter von Bezirksregierung, Kreis Borken und Landwirtschaftlichem Kreisverband treffen. Der Hof Weddeling hat sich auf Gemüsebau spezialisiert. Auf insgesamt 100 Hektar baut der Familienbetrieb unter anderem Spinat, Kohl und Kräuter an, die zum kleineren Teil direkt auf die Gemüsetheke des Lebensmitteleinzelhandels und zum größeren Teil an weiterverarbeitende Unternehmen vermarktet werden. Vor allem das Iglo-Werk in Reken sei Großabnehmer seiner Ernte, erzählt Josef Weddeling: „Der Gemüsebau ist ein starkes Pfund für die Landwirtschaft im Kreis Borken. Zwar wächst nur auf 6 Prozent der Ackerfläche Gemüse, aber neben uns Bauern hängen mehrere verarbeitende Betriebe davon ab.“ Klenke unterstreicht, dass die Landwirtschaft weiterhin eine große Bedeutung für das Münsterland hat: „Zusammen mit den von ihr abhängigen Produktions-und Dienstleistungsbetrieben bildet die Landwirtschaft unvermindert eine wichtige Säule der Wirtschaftskraft in dieser Region.“

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Wandel durchlaufen. Klenke stellt fest, dass das heutige Anforderungsprofil des Landwirts nicht mehr mit alten Vorstellungen zusammenpasst: „Der Landwirt ist Handwerker, Tierpfleger, Kaufmann und Wissenschaftler in einer Person.“ Weddeling nickt und nennt hierzu das Beispiel Bewässerung. Damit sie wachsen können, sei bei den meisten seiner Gemüsekulturen – zuvorderst beim Spinat – zusätzliche Bewässerung unerlässlich: „Wir arbeiten fortlaufend daran, unsere Strategie zu optimieren. Unter anderem wässern wir häufiger als früher, aber jeweils weniger. Unter dem Strich steht eine Einsparung.“ Kreislandwirt Heinrich Emming (Südlohn) greift dieses Beispiel auf und unterstreicht, dass sich die Landwirtschaft ihrer Verantwortung für ein quantitativ und qualitativ ausreichendes Trinkwasserangebot bewusst sei, vor allem auch beim Reizthema Nitrat: „Früher hieß es bei der Gülledüngung oft: Viel hilft viel! Heute wissen wir es besser. Auch moderne Technik hilft uns dabei, Gülle möglichst effizient und pflanzenverfügbar einzusetzen.“

Presse-Kontakt

Klenke-Besuch: Kleine Gruppe

Gemüsebauer Josef Weddeling (4.v.l) erläutert seinen Gästen, wie sich Wirsing und Weißkohl auf seinen Feldern entwickeln (v.l.): Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke, WLV-Kreisverbandsvorsitzender Ludger Schulze Beiering, Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster und Kreislandwirt Heinrich Emming. Ähnlich soll es demnächst häufiger als jetzt schon auch für Schüler und Lehrer möglich sein. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Klenke-Besuch: Alle Teilnehmer

Gemüsebauer Josef Weddeling (vorne) erläutert seinen Gästen, wie sich Wirsing und Weißkohl auf seinen Feldern entwickeln (v.l.): WLV-Kreisgeschäfsführer Jörg Sümpelmann, Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke, Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, WLV-Kreisverbandsvorsitzender Ludger Schulze Beiering, Kreislandwirt Heinrich Emming, Claudia Wienströer (Persönliche Referentin des Regierungspräsidenten) und Norbert Blumenroth (Hauptdezernent für Natur- und Landschaftsschutz bei der Bezirksregierung). Ähnlich soll es demnächst häufiger als jetzt schon auch für Schüler und Lehrer möglich sein. Foto: Stephan Wolfert, WLV

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