Landwirte stellen sich ihrer Verantwortung

28. Januar 2016

Gewässerverunreinigungen: Kreisverband setzt auf Kooperation in Ursachenanalyse und -behebung

Ludger Schulze Beiering

Die Landwirtschaft im Kreis Borken stellt sich ihrer Verantwortung für den Schutz der Oberflächengewässer. Dies betont Ludger Schulze Beiering (Weseke) und gibt hierzu als Vorsitzender für den Landwirtschaftlichen Kreisverband Borken folgende Erklärung ab:

 
„Ja, wir müssen feststellen, dass es in letzter Zeit an verschiedenen Stellen im Kreis Borken zu Einträgen in Fließgewässer mit negativen Folgen für deren biologischen und chemischen Zustand gekommen ist, deren Ursprung zu einem großen Teil in der Landwirtschaft liegt.

Wo dies der Fall ist, bedauern wir dies zutiefst. Ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Wasser ist fester Bestandteil bäuerlichen Denkens und Selbstverständnisses. An den Stellen, wo es in diesem Zusammenhang Probleme gibt, nehmen wir diese sehr ernst. Dieser Verantwortung stellen wir uns seit langem mit vielfältigen Anstrengungen, etwa in der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie oder über eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Wasser- und Bodenverbänden.

Auch jetzt sehen wir uns zu den massiv aufgetretenen unzulässigen Einleitungen in der Pflicht,  unsere Mitglieder für diese Problematik zu sensibilisieren. Dies haben wir in den zurückliegenden Wochen in Versammlungen unserer Landwirtschaftlichen Ortsverbände, über außerordentliche Anschreiben und aktive persönliche Ansprache von Einzelbetroffenen getan. Hierzu haben wir immer wieder auch persönlich vorgetragene Hinweise lokaler Fischereivertreter aufgenommen und sind diesen nachgegangen. Tatsächlich ergreifen Betriebe nach erfolgter Beratung auch Maßnahmen, um mögliche Einleitungsquellen abzustellen. Hierbei zeigt sich, dass Lösungen häufig nur betriebsindividuell zu finden sind.

Wir sehen es auch weiterhin als unsere wichtigste Aufgabe an, betroffene Betriebe darin zu unterstützen, dass es zukünftig nicht mehr zu Einleitungen dieser Art kommt. Wir sehen die Lösung für diese Problematik aber nicht allein als Herausforderung für uns als Landwirtschaft. Zur Problemanalyse und Lösungsfindung sind wir auf die Unterstützung aller betroffenen Akteure angewiesen, sowohl von Politik und fachlich zuständigen Behörden, als auch von Wissenschaft und Wirtschaft und nicht zuletzt der vielen ehrenamtlichen tätigen Menschen in Fischerei-, sowie Wasser- und Bodenverbänden.
Wir fordern in der aktuellen Situation aber auch Fairness und Respekt ein. Die Ursachen für die Verunreinigungen sind nicht nur in der Landwirtschaft zu suchen. Sofern es aber zu schuldhaftem Fehlverhalten in der Landwirtschaft gekommen ist,  werden die jeweiligen Betriebe dafür im Einzelnen gerade stehen müssen. Wogegen wir als bäuerliche Interessenvertretung allerdings entschiedenen Einspruch erheben, ist eine Kriminalisierung unserer Landwirtschaft insgesamt. Bislang hören wir von 40 Fällen im Kreis Borken, bei denen im Umfeld landwirtschaftlicher Betriebe Verunreinigungen gemeldet wurden. Im Kreis Borken gibt es aber über 2000 Betriebe, die zur Versorgung von Tieren oder Biogasanlagen Mais silieren und lagern. Die große Mehrheit unserer Betriebe arbeitet nach wie vor gewissenhaft und gut mit der Natur.“

Presse-Kontakt

Ludger Schulze Beiering

Ludger Schulze Beiering führt einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit Mastschweinehaltung, Biogaserzeugung und Ackerbau. Der 51-Jährige ist seit 2012 Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Herr Schulze Beiering ist verheiratet und hat vier Kinder.

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