Regional ist optimal – jetzt mehr denn je

20. März 2020

WLV ruft zum Hofeinkauf auf / Rinderhalter unter Druck

Eine verstärkte Nachfrage nach regionalen Produkten stellen (v.r.) Rainer Overkämping und Stephanie Weber mit Sohn Olli vom Hof Overkämping in Rhede derzeit fest. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Politiker jedweder Couleur haben in den letzten Tagen immer wieder betont: Als Lebensmittelproduzenten sind die Landwirte in diesen Tagen mehr denn je systemrelevant. Ludger Schulze Beiering (Weseke) sieht in der aktuellen Corona-Krise daher auch einen Weckruf, unsere regionale Landwirtschaft jetzt und für die Zukunft zu stärken. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes lädt auch die Bevölkerung ein, gerade in dieser Zeit die heimische Landwirtschaft zu unterstützen: „Regional ist optimal. Es gibt auch bei uns im Kreis Borken vielfältige Einkaufsmöglichkeiten: Eierautomaten, Milchtankstellen, Hofläden und auch Wochenmärkte mit Direktvermarkter-Verkaufswagen sind unter Wahrung der Hygiene-Vorschriften weiterhin geöffnet.“

Gestiegene Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln

Einer davon ist der von Rainer Overkämping in Rhede. Auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb produziert er Eier, Kartoffeln und Gemüse – teilweise konventionell, teilweise in biologischer Wirtschaftsweise. Seine Waren bietet er zusammen mit einigen weiteren Erzeugnissen anderer Bauernhöfe aus der Region in seinem Hofladen und darüber hinaus in einem Verkaufshäuschen am Hofeingang an. In diesen Tagen stellt der 29-Jährige natürlich eine verstärkte Nachfrage fest: „Die Leute nutzen den Besuch in unserem kleinen Laden oder den Spaziergang zur Verkaufshütte auch für etwas Erholung, um überhaupt mal kurz raus- und an die frische Luft zu kommen.“ Ob er selber Angst habe, dass Leute das Virus zu ihm auf den Hof tragen: „Wir achten streng auf die Einhaltung aller Hygienestandards und weisen die Kunden unserseits darauf hin, Abstand zu halten und nur Waren anzufassen, die sie nachher auch kaufen möchten. Viel mehr können wir nicht tun.“
Für Leute, die hinsichtlich des Gesundheitsschutzes noch stärker auf Nummer sicher gehen wollen oder auch solche, die nicht zum Geschäft kommen können, sind Hofläden interessant, die einen Lieferservice anbieten. In diesen Tagen stoßen viele davon aber schon an Kapazitätsgrenzen, muss Franz-Josef Lesker aus Stadtlohn berichten: „Bei uns im Bio-Segment hatten wir zuletzt eine ohnehin schon erfreulich gestiegene Nachfrage. Diese ist durch Corona nochmals sprunghaft in die Höhe geschnellt. Wir mussten da jetzt für den Moment die Entscheidung treffen, keine Neukunden mehr aufzunehmen.“ Interessenten können sich bei BioLesker auf eine Warteliste setzen.

Im Internet über Hofläden in der Nähe informieren

Der Landwirtschaftliche Kreisverband rät dazu, sich bei den regionalen Direktvermarktern nach den Möglichkeiten zu erkundigen. Das passende Angebot für die eigenen Bedürfnisse finden Interessierte unter www.landservice.de oder im Hofkompass unter www.herzbauern.de.

Rindfleischerzeuger in Not

Und noch eine Bitte hat Ludger Schulze Beiering im Namen der hiesigen rinderhaltenden Betriebe: „Fragen Sie in Ihrem Supermarkt nach einheimischem Rindfleisch!“ Die beim Rind ansonsten etablierten Warenströme nach Italien, Frankreich und Spanien sind ins Stocken geraten. Und vor allem der Inlandsabsatz ist in den letzten Tagen infolge der Schließung der Gastronomiebetriebe eingebrochen, so Schulze Beiering: „Die wenigsten Menschen sind es im Alltag noch gewohnt, ihr Steak zu Hause zu braten, sondern gönnen sich das als besondere Delikatesse am liebsten im Restaurant. Das geht derzeit nicht. Aber Sie können helfen, indem Sie sich zu Hause mal wieder an den klassischen Sonntagsrinderbraten herantrauen.“

Presse-Kontakt

Hof-Overkämping-Verkaufsteam (Querformat)

Eine verstärkte Nachfrage nach regionalen Produkten stellen (v.r.) Rainer Overkämping und Stephanie Weber mit Sohn Olli vom Hof Overkämping in Rhede derzeit fest. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Hof-Overkämping-Verkaufsteam (Hochformat)

Ludger Schulze Beiering

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