Dünge-Novellen mit Licht und Schatten

29. März 2020

Stellungnahme des WLV-Kreisverbandsvorsitzenden

Güllefass-Gespann mit Schleppschlauchverteiler zur bodennahen Ausbringung

Ludger Schulze Beiering als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) kommentiert die am Dienstag vom Kabinett in Düsseldorf verabschiedete Novelle der Landes-Düngeverordnung sowie die am Freitag im Bundesrat beschlossene Novelle der Düngeverordnung auf Bundesebene wie folgt:

[Zitat Anfang]

Viel zu lange schon lähmen die im Raum stehenden Verschärfungen der Düngeregeln in Deutschland uns als Landwirtschaft. Nach Jahren politisch motivierter Auseinandersetzungen sehnt sich der landwirtschaftliche Berufsstand nach praxisgerechten, langfristig verlässlichen Vorgaben. Um unter anderem dafür zu kämpfen, haben sich hunderte Landwirte aus dem Westmünsterland in den letzten Monaten mit friedlicher Entschlossenheit vorne weg an den bundesweiten Bauernprotesten beteiligt.
In dieser Woche endlich wurden die Novellen der Düngeverordnung auf Landes- und Bundesebene verabschiedet. Diese beinhalten aus unserer Sicht als Kreisverband Borken Licht und Schatten. Wie man so etwas gut machen kann, hat das Land NRW gezeigt. Leider haben Bundesregierung und Bundesrat am Freitag einen weniger praxisgerechten Ansatz verabschiedet und unter anderem pauschal die Düngung in Gebieten mit als rot eingestuften Grundwasserkörpern eingeschränkt.
Als Bauernverband sind wir verärgert darüber, dass viele der von uns bis zuletzt massiv vorgetragenen wissenschaftlich-begründeten und auf eine gute fachliche Praxis zielenden Bedenken nicht gehört wurden. Besonders unverständlich ist dabei das Verbot der Düngung von Zwischenfrüchten. Diese Regelung ist klimaschädlich, weil sie zusätzlichen Humusaufbau verhindert!

Als Verband werden wir das Gesetz in den nächsten Tagen selbstverständlich auf eventuelle Klagemöglichkeiten und -chancen prüfen.
Keine Frage: Die neuen Regeln stellen unsere Betriebe abermals vor massive Herausforderungen. Ich warne aber meine Berufskollegen davor, sich zu lange weiter in etwas zu verkämpfen, was sich nicht mehr grundlegend ändern wird. Wir müssen nun den Blick vor allem nach vorn richten. Immerhin haben wir für die zusätzlichen Verschärfungen für die roten Gebiete noch etwas mehr Zeit bis zum 1. Januar 2021 bekommen.
Hoffnung gibt uns vor allem die durch die Landesdüngenovelle möglich gewordene Binnendifferenzierung innerhalb der Grundwasserkörper. Diese Neubewertung sowie vor allem die Erfolge der gemeinsamen Anstrengungen von Wasserschutzberatung und Landwirtschaft führen für den Kreis Borken dazu, dass  die Hälfte der vormals als rot bewerteten Gebiete jetzt auf grün gesprungen sind.

Ebenfalls Hoffnung dürfen wir daraus schöpfen, dass es zusätzliche Fördermöglichkeiten für die Betriebe zur Bewältigung der Herausforderungen geben wird.

Unverändert gilt: Wir müssen weiter alles daransetzen, auch die verbliebenen roten Gebiete im Westmünsterland so schnell wie möglich auf grün zu stellen. Durch unsere Fortschritte der letzten Jahre zeigen wir immer besser, dass intensive Landwirtschaft und nachhaltiger Gewässerschutz zusammen funktionieren können.

[Zitat Ende]

 

  • Hier die Stellungnahme des WLV-Landesverbandes vom 27.03.2020

  • In der am 31. März in Kraft getretenen Landesdüngeverordnung werden unter anderem die Gebiete mit erhöhter Nitratbelastung im Grundwasser in NRW neu definiert. Auf Basis neuer Messwerte und Modellierungen greift nun eine Binnendifferenzierung in den belasteten und landwirtschaftlich beeinflussten Gebieten. Daraus leitet sich eine deutlich verminderte Gebietskulisse ab - auch und vor allem im Kreis Borken. Mehr dazu auf der Themenseite der Landwirtschaftskammer NRW.

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Ludger Schulze Beiering

Güllefass-Gespann mit Schleppschlauchverteiler zur bodennahen Ausbringung

Neue Gebietskulisse Rote GWK im Kreis BOR

In der am 31. März in Kraft getretenen Landesdüngeverordnung werden unter anderem die Gebiete mit erhöhter Nitratbelastung im Grundwasser in NRW neu definiert. Auf Basis neuer Messwerte und Modellierungen greift nun eine Binnendifferenzierung in den belasteten und landwirtschaftlich beeinflussten Gebieten. Daraus leitet sich eine deutlich verminderte Gebietskulisse ab - auch und vor allem im Kreis Borken.

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