Gemeinsam ackern für den Artenschutz

03. Juni 2019

Landwirtschaftsverband, Naturschutzzentrum und NABU präsentieren Informationstafeln am Longinusturm

Die ersten ausgetriebenen Pflänzchen am Longinusturm lassen bereits erahnen, wie es hier in ein paar Wochen aussehen wird: Ein Meer aus Blumen unterschiedlichster Farben wird sich rund um das beliebte Ausflugsziel in den Baumbergen erstrecken. Ringelblumen, Schmuckkörbchen, Sonnenblumen und Klatschmohn sind nur ein Bruchteil der Pflanzen, die dort, wie auch im gesamten Kreis Coesfeld, an den Feldrändern zu bewundern sein werden. Doch auch Arten wie Odermennig, Schafgarbe oder Glatthafer sowie artenreiche Wildblumenwiesen dürfen nicht fehlen, wenn es um den Erhalt der Artenvielfalt geht. Allesamt sind Teile eines besonders positiven Gemeinschaftsprojektes, welches heute im Rahmen eines Ortstermins dem Landrat Dr. Schulze Pellengahr und der Öffentlichkeit durch Vertreter des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, des Baumberge Vereins e.V. Münster, des Naturschutzzentrums sowie des NABU vorgestellt wurde. Gleichzeitig wurde auch die Informationstafel eingeweiht, die von Corinna Becke vom Naturschutzzentrum Coesfeld mit viel Liebe gestaltet wurde.

Die drei Initiatoren zeigen auf, wie im Kreis Coesfeld ein aktiver Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt auf Wiesen, Säumen und Äckern geleistet werden kann. So wurde gemeinsam mit dem Baumberge Verein e.V., der auf seinen Wandertouren über die heimische Natur- und Artenvielfalt informiert, unter finanzieller Beteiligung des Kreises Coesfeld eine Wiese angelegt. Außerdem kann schon bald auf den angrenzenden Äckern eine landwirtschaftliche Mischung blühender Kulturpflanzen bewundert werden. „Uns als Initiatoren und Machern des Gemeinschaftsprojektes war es wichtig zu zeigen, dass es nicht die eine, bestimmte Variante sein muss, um die Bienen und Insektenwelt zu unterstützen. Vielmehr sind es viele verschiedene Maßnahmen, welche dann in der Summe die Biodiversität auf vielfältige Art und Weise fördern und unterstützen“, erklärt Erich Lefert, Mentor des Projektes „Blütenpracht am Wegesrand“. „Dabei gilt für jede Maßnahme: man muss sie einfach angehen und umsetzen!“, so Lefert weiter.

Die Idee zum Projekt „Blütenpracht am Wegesrand“ entstand schon 2013 im Landwirtschaftlichen Ortsverband Havixbeck-Hohenholte und erstreckte sich in den darauffolgenden Jahren über den ganzen Kreis Coesfeld und inzwischen auch weit darüber hinaus wie ein buntes Band durch das ganze Land. Im Landwirtschaftlichen Kreisverband beteiligen sich die Landwirte aller 26 Ortsverbände und säen Jahr für Jahr mehr bunte Blumenmischungen aus. „Allein in Billerbeck sind es in diesem Jahr über 6 km Blütenpracht am Wegesrand“, weiß Reinhold Thesing, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Billerbeck. Er bewirtschaftet die Flächen rund um den Longinusturm und sorgte sich so sowohl um die Einsaat der Blütenmischung als auch um die Tiefenlockerung sowie Einsaat der Fläche des Gemeinschaftsprojektes.

Auch Diplomgeograph Josef Räckers, 1. Vorsitzender des Baumberge Vereins e.V., ist sichtlich erfreut über die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaftsverband, Naturschutzzentrum und NABU. Auf seine Anregung hin wurde das Gemeinschaftsprojekt 2018 geplant und in konstruktiver Runde die nächsten Schritte in Angriff genommen. So entstand die artenreiche Wiese mit ihrer großen Bedeutung für Insekten und Vögel. Solche Strukturen können durchaus mehr als 30 Pflanzenarten beheimaten, sind aber inzwischen fast nur noch an wenigen Wegrändern und Säumen zu finden. Mit der Wiese dieses Gemeinschaftsprojektes soll den heimischen Arten ein Rückzugsraum geboten werden und gleichzeitig auf die problematische Situation des Artenrückgangs hingewiesen und ihm begegnet werden. Dabei sind die Projekte der einzelnen Initiatoren bereits große Schritte in die richtige Richtung. Sie zeigen Möglichkeiten des gelebten Naturschutzes auf und sind gleichzeitig Vorbild und Beispiel für andere Regionen, Städte und Gemeinden. So entstehen Blühstreifen inzwischen auch in Baugebieten, Gemeinden starten neue Projekte wie „Senden blüht auf!“ oder ein ganzer Be-rufsstand sät landesweit ein hunderte Kilometer langes, blühendes Band durch Bauernhand.



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