Kompromiss in der EU-Agrarpolitik 2014 bis 2020: Erste Einschätzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen

27. Juni 2013

Ennepe-Ruhr-Kreis /Hagen (wlv). Das Europäische Parlament, die Kommission und die irische Ratspräsidentschaft haben am Mittwoch einen Kompromiss zur Agrarreform gefunden und sich auf die politischen Eckpunkte für die EU-Agrarpolitik bis 2020 verständigt. Endgültig abgestimmt wird aber im Herbst. Gespannt haben die Landwirte unserer Region Ennepe-Ruhr/Hagen die Vorschläge und Gespräche der letzten Monate verfolgt, denn auch für sie ist die Agrarpolitik auf europäischer Ebnen von hoher Bedeutung.

Dirk Kalthaus, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen wertet in einer ersten Einschätzung den Kompromiss folgendermaßen: „Wir sind froh, dass teilweise überzogene und praxisferne Forderungen der ersten Vorschläge in der nun erfolgten Einigung deutlich praxistauglicher gestaltet werden; wenngleich den deutschen Landwirten in schwierigen Zeiten immer noch viel abverlangt wird und auch mehr Bürokratie für unsere Höfe die Folge ist.“

Besonders für die heimische Region mit einem hohen Anteil an natürlichem Grünland hätten die ursprünglichen Vorschläge verheerende Folgen gehabt, sagt der Vorsitzende. Kleineren Höfen und Höfen mit geringem Ackerlandanteil, wie sie in unserer Region anzutreffen seien, wären durch die ersten Vorschläge die Existenzgrundlagen genommen worden. Der Kompromiss ermögliche aber nun, wenn auch mit erhöhten Auflagen, den heimischen Ackerbau. „Trotzdem darf man nicht verkennen, dass auf uns finanzielle Einbußen zukommen“, sagt Kalthaus.

Im Kompromiss seien viele nationale Spielräume vorgesehen, so der Ennepetaler Landwirt. Deshalb sei es jetzt wichtig, dass Deutschland diese Spielräume in einer vernünftigen Art und Weise nutze, damit es nicht zu europäischen Wettbewerbsverzerrungen komme.

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