Kreisverbandsvorsitzender Dirk Kalthaus zum Erntedank 2013

02. Oktober 2013

Ennepe-Ruhr-Kreis /Hagen (wlv). Erntedank heißt es wieder am kommenden Sonntag, „ein Tag, um Dank zu sagen und Rückschau zu halten“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen Dirk Kalthaus.

 

„Wir können in unserer Region mit der Ernte zufrieden sein; es gab weder Missernten noch Katastrophen“, sagt Kalthaus. „Es war ein witterungsmäßig und somit landwirtschaftlich interessantes Jahr mit einigen Überraschungen“, fasst er zusammen. Der Winter sei lang und kalt gewesen und so seien die Kulturen mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen in das Frühjahr gestartet. Allerdings hätten die Pflanzen diese Zeit gut überstanden, denn es habe keine so extrem niedrigen Frosttemperaturen ohne schützende Schneedecke wie im letzten Jahr gegeben. Danach habe sich ein kaltes, feuchtes Frühjahr angeschlossen. „Pünktlich zur sommerlichen Ernte kam  die Kehrtwende mit viel Sonnenschein und hohen Temperaturen“, sagt Kalthaus. Das sei die richtige Witterungskombination für das Getreide gewesen. „Gute Erträge, gute Qualitäten und gute Erntebedingungen“, fasst er zusammen. „Mai kühl und nass, füllt des Bauern Scheun und Fass“, habe in diesem Jahr besonders beim Weizen zugetroffen. Im Mai werde im Getreide das Korn ausgebildet, da sei es wichtig, dass diese Phase lang sei und die Pflanze genügend Nährstoffe und Wasser bekomme.  Die trockene Phase im Sommer sei dann zwar sehr positiv für die Getreideernte gewesen, die zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Feld stehenden Früchte wie Kartoffeln, Mais und Gemüse hätten jedoch zum Teil stark unter dem Wassermangel gelitten. Auch das Grünland habe in dieser Trockenphase kaum Ertrag gebildet.

 

Die Früchte im Detail: Bei Wintergerste und Raps liegen die Erträge im guten Durchschnitt, schwanken jedoch regional. Ähnlich sieht es bei Roggen, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Hafer aus. „Die Erträge beim Weizen waren durchaus gut, vereinzelt sehr gut“, freut sich der Vorsitzende. Die Grasschnitte hätten in diesem Jahr sehr unterschiedliche Erträge gebracht, so Kalthaus. Der dritte Schnitt im Sommer sei aufgrund der Trockenheit sehr schlecht, teilweise sogar ganz ausgefallen. Der vierte Schnitt, mit dem die Bauern aktuell beschäftigt seien, sähe wieder zufriedenstellend aus.

 

Noch ist jedoch nicht alles unter Dach und Fach: Kartoffeln werden aktuell geerntet, hier sind die Erträge deutlich reduziert. „Im Frühjahr haben die Pflanzen zunächst ausreichend Knollen angesetzt, dann aber mit einsetzender Trockenheit wieder reduziert “, erläutert Kalthaus. Die Qualität sei gut, die Menge aber geringer. Beim Mais gebe es in der Region Ennepe-Ruhr/Hagen eine Zweiteilung. Im Norden habe die Maisernte schon begonnen. Hier weise der Mais  extreme Trockenschäden auf. Im Süden beginne die Maisernte erst nach Erntedank, dort sehe es nach einer durchschnittlichen Ernte aus.

 

Was machen die Preise? Der für die Region besonders wichtige Milchpreis hat sich deutlich erholt. Der Getreidepreis liegt zum jetzigen Zeitpunkt rund ein Viertel unter Vorjahresniveau. Mit einem Blick auf die Versorgung der internationalen Märkte sagt Kalthaus, dass er jedoch nicht damit rechne, dass er ins  „Bodenlose sinke“. Ebenso wenig werden die Lebensmittelpreise „durch die Decke gehen“. Nahrungsmittel waren bisher inflationshemmend und werden sich jetzt im Rahmen der allgemeinen Inflation bewegen. „Nahrungsmittel sind in Deutschland immer noch sehr preiswert. Für ein Stück Butter muss ein Arbeitnehmer heute nur noch durchschnittlich vier Minuten, für einen Liter Milch drei Minuten arbeiten“, stellt Kalthaus heraus.

 

Abschließend bekräftigt der Vorsitzende, dass mit dem Erntedankfest im wiederkehrenden Kreislauf von Säen, Wachsen, und Ernten, die Zeit des Dankes und der Freude gekommen sei.

 

Presse-Kontakt

Zufrieden und dankbar zeigt sich der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennep-Ruhr/Hagen Dirk Kalthaus mit der Ernte.

Noch sind nicht alle Früchte eingebracht. Dieser Mais wartet darauf, geerntet zu werden.

Der Herbst hält Einzug; am Wochenende feiern wir das Erntedankfest

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