90 % unserer Arbeit dient dem Wohlbefinden der Kühe

29. Mai 2013

Gütersloh/WLV (Re): „Wir lieben unsere Kühe“, ist auf dem Schild am Hof von Landwirt Friedhelm Kaup in Halle zu lesen. „Und das ist auch wirklich so“, erklärt der Milchbauer. Deshalb zeigen er und seine Ehefrau Christine zum „Internationalen Tag der Milch“ (weltweit 1. Juni) ihre Tiere gern. Im Rahmen eines Pressegesprächs am Dienstag (28.5.2013) auf dem Hof Kaup weist der Landwirtschaftliche Kreisverbandes Gütersloh auf die Wichtigkeit des Kuhsaftes für eine gesunde Ernährung hin. Zudem ist es dem Kreisverband ein Anliegen, die Herkunft des Kuhsaftes - die „Milchquelle“- transparent zu machen.

Ist doch klar: Die Milch kommt aus dem Getränkekarton, oder? Eine Kuh wird häufig nicht mehr mit der Milch im Laden in Verbindung gebracht - eher mit der lila Kuh oder gar mit Schokolade. „Immer mehr Verbraucher wissen zu wenig über die Zusammenhänge zwischen gesundem Essen, den Ursprung ihrer Lebensmittel, der Art und Weise der Erzeugung sowie der Haltung der Tiere“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende Arnold Weßling.

Rund 18.000 Kühe erzeugen im Kreis Gütersloh auf rund 380 Bauernhöfen etwa 140 Millionen Liter Milch im Jahr. Das sind mehr als 380.000 Liter täglich, mit denen 1,5 Millionen Menschen versorgt werden. „Die Milcherzeugung ist der bedeutenste Wirtschaftszweig der Landwirtschaft bei uns im Kreis“, erläutert Weßling und weiter: „Die Milchbauern prägen mit ihren Wiesen und Weiden in hohem Maße die heimische Umwelt.“ Die Kühe seien die besten Landschaftspflegerinnen.

Einen dieser Bauernhöfe führt Friedhelm Kaup zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Sohn Henning (19 Jahre). Dem Betriebsleiter und seiner Familie ist anzumerken, dass für sie das Wohl ihrer Tiere im Mittelpunkt stehen: „90 % unserer Arbeit dient dem Wohlbefinden der Kühe“, berichtet der Milchbauer um den täglichen Einsatz für seine Tiere. Er und seine Frau melken sie morgens und abends, auch Feiertags und am Wochenende. Im Boxenlaufstall gehen die Milchkühe spazieren, haben bequeme Liegeboxen und tagsüber sind sie von Frühjahr bis Herbst draußen auf der Weide.

„Die Tierhaltung wurde in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich verbessert“, weiß der Vorsitzende Weßling. Komfortable Liegeboxen, breite Lauf- und Fressgänge, offene Ställe mit guter Luftführung und viel Licht gehörten heute zum „Rundum-Wohlfühlprogramm“ der Kühe. Hinzu kämen Spezialbereiche auf Stroh wie für abkalbende – also gebärenden - Kühe und für die jungen Mütter, sozusagen die Geburts- bzw. Wöchnerinnenstation.

„Früher sei ein Kuhstall häufig klein, nass und eng gewesen“, schildert Kuhbauer Kaup. Zudem wurden die Tiere über Winter im Stall angebunden gehalten. Boxenlaufställe wie seiner hingegen seien hell, böten den Kühen viel frische Luft, viel Platz und die Tiere könnten sich frei bewegen. „Sie mögen ihren Stall“, ist auch seine Ehefrau überzeugt. Sie betonen, dass all dies zum Wohle und Kuhkomfort der Tiere diene, aber natürlich auch, damit der Hof und ihre Familie davon leben könnten. „Nur Kühe, die sich wohlfühlen, erbringen auch eine gute Milchleistung“, bekräftigt Friehelm Kaup. So habe ihre älteste Kuh mit 10 Jahren im Laufe ihres Lebens 70.000 Liter Milch gegeben.

Der Vorsitzende Weßling macht zudem darauf aufmerksam, wie wenig bekannt sei, wie ein Bauer heute arbeite. Viele hätten keine Vorstellungen mehr davon, wie Nahrungsmittel erzeugt werden. Die moderne Nutztierhaltung stehe zunehmend im Spannungsfeld zwischen Tierschutz, ökonomischen Zwängen und Verbraucherinteressen. Deshalb setzen die Landwirte im Kreis Gütersloh auf Offenheit, auf die Vermittlung und Erfahrbarkeit der heutigen Landwirtschaft. Die Aufklärung über Tierschutzforderungen sowie –wirklichkeit seien wichtig, um Vorstellungen und Realität in Einklang zu bringen. Die Landwirte seien auch bereit, Schwachstellen zu diskutieren, zum Beispiel das Enthornen. Kaup: „Auf das Enthornen können wir aber leider nicht verzichten; das wäre zu gefährlich für Mensch und Tier.“ Für die Zukunft hofft er auf die Zucht von hornlosen Rindern, das wird allerdings noch dauern. „Aber wir sind auf gutem Wege“, betont der Milchbauer. Für ihn gelte daher: Bewährtes bleibt und was verbessert werden kann, wird geändert. Dafür sorge allein schon, so Weßling, dass Landwirte ihre Tiere täglich immer im Auge hätten und das über Jahre: „Wir sehen, wenn es den Tieren nicht gut geht und würden dann sofort Abhilfe schaffen.“ Das gelte im Übrigen auch an Feiertagen und quasi rund um die Uhr.

„Kuh-ten Tag!“, wünscht am Ende des Pressegesprächs Weßling, hebt sein Glas Milch und unterstreicht: „Mit einem halben Liter Milch decken sie täglich den Bedarf an wichtigen Nährstoffen, insbesondere mit den knochenbildenden Calcium und Phosphor. Und weiter: „Die Milch steht für Gesundheit und Schaffenskraft für uns Menschen und für die Leistungskraft unserer heimischen Landwirtschaft.

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