Regierungspräsidentin besucht heimische Höfe:
Marianne Thomann-Stahl zu Gast auf dem Hof Schlienkamp in Halle-Hörste
Weßling: An faire und eingriffsmindernde Wegen gemeinsam arbeiten

29. Juli 2013

Gütersloh/wlv (Re) Einen hohen Gast konnten Heinrich und Jörn Schlienkamp auf ihrem Hof in Halle-Hörste begrüßen: Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. Dieses Treffen fand im Rahmen einer Reihe von Besuchen der Regierungspräsidentin auf landwirtschaftlichen Betrieb in Ostwestfalen-Lippe statt. Ich möchte mich bei den Landwirten vor Ort mit ihren vielfältigen und unterschiedlichen Betriebszweigen über ihre Lage und ihre Entwicklungen informieren, erklärte Thomann-Stahl zu Beginn. Mich interessieren die Sorgen und Nöte der bäuerlichen Familien und die Herausforderungen, die sie in Zukunft zu bewältigen haben. Die aktuelle Thematik bei dem Ortstermin am Montag (29. Juli) waren: die Naturschutzplanung und Auflagen in Schutzgebieten wie Feuchtwiesenschutzbereiche im Kreis Gütersloh beispielhaft in Halle-Hörste, die Auswirkungen des Baus der A 33 durch den Landschaftspflegerischen Begleitplan und dessen zum Teil vorgezogene Umsetzung im Bereich der Artenschutzmaßnahmen sowie die Flächeninanspruchnahme durch Sandabbau für die Realisierung der A 33.

Doch zuerst machte die Regierungspräsidentin im Gespräch die Notwendigkeit und Wichtigkeit des grünen Berufszweiges deutlich: Eine funktionierende Landwirtschaft sei das A und O des ländlichen Raumes, um mit der Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln, der Bioenergie und der Pflege der Kulturlandschaft seine Attraktivität sicherzustellen. Der ländliche Raum benötige die Landwirtschaft als einen unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft. Die Berufsvertreter wie der Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) Wilhelm Brüggemeier und der Bezirksverbands- sowie Kreisverbandsvorsitzende Arnold Weßling freuten sich über ihr Interesse am grünen Berufsstand.

Weßling führte in die Thematik ein und machte gleich zu Beginn deutlich: Die hohe Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Flächen ist gerade im Norden des Kreises Gütersloh besonders stark. Der Bau der A 33, die Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen, die interkommunalen Gewerbeflächen, die übrige städtische Infrastruktur sowie die Rohstoffgewinnung für die Baumaßnahmen belaste dieses Gebiet konzentriert.

Des weitren unterstreicht der Vorsitzende, dass Flächen durch Naturschutzauflagen, wie sie auch im Feuchtwiesenschutzgebiet in Halle-Hörste vorgesehen seien, der Landwirtschaft entzogen würden. Hier zeigte beispielhaft Heinrich Schlienkamp die Auswirkungen von geplanten Maßnahmen für seinen Betrieb auf. Mit dem Futter, was sich dort überhaupt noch ernten lässt, ist keine Kuh zu füttern, untermauert der Landwirt. Die Flächen werden wertlos, da beispielsweise durch späteres Mähen oder durch Düngeverbote sie wirtschaftlich nicht mehr nutzbar sind, obwohl wir sie dringend brauchen. Doch Ersatzflächen seien nicht zu bekommen. Wir brauchen hier vernünftige kooperative Regelungen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes, mit denen die Höfe leben können, bekräftigt Weßling:

Auch die Flurbereinigungen für die A 33, die in Teilen in diesem Gebiet von der Bezirksregierung durchgeführt werden, stehen vor schwierigen Herausforderungen. Diese harten Einschnitte durch Flächenentzug infolge des Trassenbaus und der Ausgleichsmaßnahmen bedürfen einer sorgfältigen Planung um die wirtschaftlichen Schäden für die Betroffenen so gering wie möglich zu halten, betont Weßling. Hier seien wechselseitige Kommunikation und ein Interessenausgleich die Vorsausetzungen für das Gelingen.

Zudem ging es um das Thema Sandabbau für den Bau der A 33. Hier schildert der Vorsitzende, dass der notwendige Abbau von Sand für den Autobahnbau so flächensparend wie irgend möglich erfolgen müsse. Bestehende Bodendeponien und in Betrieb befindliche Sandgruben seien mit zu berücksichtigen. Eine zusammenhängende Fläche von 27 Hektar, vorwiegend wertvollster Plaggenesch, der sogar zum Boden des Jahres 2013 ausgerufen wurde, zur Flachentsandung zu nutzen, sei völlig indiskutabel. Weßling: Diese Fläche wäre in ihrer Qualität unwiederbringlich verloren und das für so wenig Sand, der pro Quadratmeter überhaupt gewonnen werden kann. Er fordert die Bezirksplanung auf, Lösungen zu finden, die raumverträglich sind.

Abschließend fasst der Vorsitzende zusammen: Gerade in diesem Gebiet Halle gibt es viele Inanspruchnahmen die durch planerische Vorgaben und Projekte hervorgerufen werden. Sie führten zu Konflikten, nicht nur mit den Maßnahmenträgern, sondern auch innerhalb des Berufsstandes. Umso mehr müsse an fairen und eingriffsmindernden Wegen gemeinsam gearbeitet werden, appelliert Weßling. 

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