Eine schwierige Beziehung: Wolf und Schaf
Tierhalter beobachten Auftauches des Raubtieres
mit Sorge

06. April 2016

Viele ungeklärte Probleme

„Die Rückkehr des Wolfes löst bei uns große Sorgen aus“, so der Kreisverbandsvorsitzende Andreas Westermeyer.

Gütersloh /WLV (Re): „Das Auftauchen des Wolfes löst bei uns große Sorgen aus.“ Das erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh, Andreas Westermeyer anlässlich der bestätigten Wolfs-Sichtung in Rietberg. Wölfe und Schafe würden keine Freunde sein und werden, verdeutlicht Westermeyer: „Die Euphorie in der Politik zur Rückkehr des Wolfes in Nordrhein-Westfalen können wir nicht teilen.“ Schafhalter und Landwirte sehen erhebliche zusätzliche Arbeit und Kosten auf sich zukommen.
Der Vorsitzende verweist darauf, dass der Wolf im Gegensatz zum Fuchs nicht gezielt ein Beutetier greife, sondern auch mehrere Tiere reiße. Zudem bringe ein angreifender Wolf höchste Unruhe in eine Schafherde. Flüchtende Weidetierherden könnten auf Straßen oder Bahngleisen zu einer großen Gefahrenquelle werden, tragende Tiere könnten aufgrund der Stresssituation verlammen. Gerade die in der Landschaftspflege eingesetzten Schafherden müssten durch hohe Zäune oder speziell ausgebildete Hütehunde erheblich besser gesichert werden als bislang. Den Tieren müsste zu ihrem eigenen Schutz fast ein „Hochsicherheitstrakt“ verordnet werden, ansonsten stünden sie dem Wolf wie auf einem Buffet zur Selbstbedienung zur Verfügung, so Westermeyer.

Schäfer sind die, die von der Rückkehr des Wolfes am stärksten betroffen sind. „Wir müssen ihre Sorgen ernst nehmen und sie dürfen auch nicht mit den Kosten, die die Rückkehr des Wolfes mit sich bringt, alleine bleiben“, unterstreicht der Vorsitzende. Gerade für sie ist es eine Existenzfrage. „Präventionsmaßnahmen und Übernahme der Kosten sowie ein entsprechender Managementplan sind dringend erforderlich“, untermauert Westermeyer. Risiken für Betriebe müssten abgemildert werden. „Und wir warten immer noch auf einen Managementplan Wolf des Umweltministeriums.“

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