Fragwürdige kritische Thesen zur Milch
Renommierte Ernährungsinstitute in Deutschland empfehlen täglichen Konsum von Milch

27. August 2018

Wieder einmal rückt Prof. Dr. Bodo Melnik die Milch mit fragwürdigen Argumenten ins schlechte Licht, so der Landwirtschaftlichen Kreisverband Gütersloh. Es wird im Glocke-Artikel vom 24.08.2018 berichtet, dass aktuelle Studien aus Dänemark/USA, China und Iran Prof. Dr. Melniks langjährige These bestätigen, dass ein hoher Konsum von Frischmilch beim Menschen Krankheiten wie Akne, Diabetes und Krebs fördern würde. Die neuen Studien würden eindeutig aufzeigen, dass ein hoher Milchkonsum die Aknebildung fördere. Daraus leitet Prof. Melnik weiterhin die Bestätigung für alle weiteren oben genannten Erkrankungen ab, da der Akne auslösende Entzündungsprozess auch auf andere Krankheiten auslösende Prozessvorgänge übertragbar sei.

Melniks Thesen und die daraus abgeleitete Warnung vor dem Verzehr frischer Milch sind in mehrfacher Hinsicht in Frage zu stellen:

Zunächst fällt bei seinen Ausführungen auf, dass er an keiner Stelle erklärt, was er unter einem "starken Milchkonsum" versteht. Verschweigt er die Konsummenge absichtlich, da in den Studien eine unrealistische Verzehrmenge zugrunde liegt? Hier noch einmal zur Klärung: Die tägliche Verzehrmenge der Deutschen liegt deutlich unterhalb der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von 200-250 g Milch und Milchprodukte sowie 50-60 g Käse (entspricht zwei 2 kleine Scheiben).

Seine These, dass der Konsum von frischer Milch das Risiko für Diabetes, Übergewicht und Krebs erhöht, wird von renommierten Ernährungsinstituten nicht unterstützt. So wertete zum Beispiel das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel im Jahr 2016 eine Reihe von großen wissenschaftlichen Studien zum Thema „Milch und ihre Auswirkungen auf den Menschen“ aus. Das Institut kam zu dem Ergebnis, dass sich die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Verzehrmenge positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirkt. So kann das Risiko für die Entstehung von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 (Alterszucker) sowie Dickdarmkrebs eindeutig gesenkt werden.

Selbst die Forschungsgruppe um Janos Zemplini von der Universitiy of Nebraska-Lincoln, deren aktuelle Studienveröffentlichung Prof. Melnik als Bestätigung seiner langjährigen Thesen sieht, zieht andere Rückschlüsse aus ihren Studienergebnissen. Prof. Melnik begründet seine Thesen damit, dass mit Milch unter anderem micro-RNA (Erbgut-ähnliche Eiweißmoleküle) aufgenommen werden und ins Körperinnere gelangen. Diese würden dort einen bestimmten Signalweg im menschlichen Körper auslösen, mit denen die Entstehung von Akne, Diabetes und Krebs etc. einhergehen würde. Dies ist eine Hypothese, die in keinster Weise von irgendeiner wissenschaftlichen Studie bisher belegt wurde. Zudem ist hierzu festzustellen: Auch wenn ein hypothetischer Mechanismus im Körper plausibel erklärbar ist, heißt dies lange noch nicht, dass es ihn tatsächlich im menschlichen Körper gibt und einen relevanten Effekt hat.

Janos Zemplini und dessen Arbeitsgruppe beschäftigt sich schon lange mit dem Thema micro-RNA. Die Forschungsgruppe der Universitiy of Nebraska-Lincoln beurteilt die Aufnahme von micro-RNA, die sich übrigens auch in anderen Lebensmitteln befindet (beispielsweise in Eiern und Pflanzen), insgesamt eher mit positiven Effekten auf den Menschen. So sieht Janos Zemplini zum Beispiel bei der Aufnahme von micro-RNA-29b mit der Milch nicht wie Prof. Melnik ein erhöhtes Diabetes-Risiko, sondern bewertet dies positiv als potenziellen Förderer der Knochengesundheit.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Milch ist aus gutem Grund in Deutschland schon seit Jahrhunderten ein wichtiges Grundnahrungsmittel!

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