Viele Blühstreifen im Kreis Gütersloh
Bunt und brummt - Blühpracht am Wegesrand

Fotowettbewerb „Artenschutz“

01. Juli 2020

Viele Blühstreifen im Kreis Gütersloh: Die Nektar- und pollenreichen Blüten werden von Bienen und Co. besucht.

Gütersloh /wlv (Re) Mit Augen und Ohren: Jetzt blüht, summt und brummt es prächtig entlang der Felder. Man kann sie nun sehen und auch hören, die bunten Blumen. Alle möglichen Insekten tummeln sich in den speziell für sie ausgesäten Blühstreifen entlang der heimischen Äcker. „Blühendes Band durch Bauernhand 2.0“ heißt die Aktion der Landwirte in Westfalen-Lippe, die in diesem Jahr zum zweiten Mal flächendeckend, ebenso im Kreis Gütersloh, durchgeführt wird.

Farbe am Feld

Die Blütenpracht am Wegesrand ist nicht nur attraktiv für den Menschen, sie bereichert nicht nur das Landschaftsbild, sie geben zu allererst Insekten und anderen Wildtieren Nahrung und Lebensraum. „Es gibt viele freiwillige Aktionen und Maßnahmen der hiesigen Landwirte“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh Andreas Westermeyer. Das Engagement der Bauern sei riesig, so gebe es lokal, vor Ort, zahlreiche gemeinsame Initiativen wie beispielsweise mit Jägern, Imkern oder auch die vielen Bienenweide-Patenschaften. Gerade aufgrund der Freiwilligkeit, ohne jegliche Bürokratie, sei der Zuspruch sehr groß.

Beitrag zur Artenvielfalt und Attraktivität

Die bunte Farbenpracht bietet Nektar für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten. Zudem geben die Blühstreifen und –flächen beispielsweise Feldhase, Fasan, Kiebitz und Rebhuhn einen wichtigen Zufluchts- und Aufzuchtort. „Hier finden Bodenbrüter Brutflächen und Wildtiere Rückzugsgebiete“, unterstreicht Westermeyer. Die Samen seien außerdem Nahrung zahlreicher Vögel. Von kleinen Säugetieren werde der Blühstreifen als Wohn- und Nistplatz genutzt, die zudem dort Deckung vor Greifvögeln fänden. „So können wir einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leisten und gleichzeitig die Attraktivität der Region erhöhen“, sagt der Vorsitzende und verdeutlicht: Die Landwirte würden hier bewusst auf ihren Ertrag zugunsten der Natur, der Insekten und Wildtiere, verzichten.

„Die meisten Blühstreifen sind drei Meter breit“, schildert Westermeyer. Die Blühmischungen seien so ausgewählt, das Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten enthalten seien. „Auf diese Weise blühen sie über einen langen Zeitraum von Frühjahr bis Herbst und liefern den Tieren ein kontinuierliches Nahrungsangebot“, erläutert der Vorsitzende. So bestehe die Blühmischung „Blühendes Band durch Bauernhand 2.0“ aus verschiedenen Blumen und Kräutern wie beispielweise Malve, Schmuckkörbchen, Phacelia, Sonnenblume, Ringelblume, Sommerwicke, Öllein, Ölrettich, Buchweizen, Borretsch, Dill, Koriander oder Rotklee. „Das Saatgut enthält insgesamt 16 einjährige Kulturarten, neu dabei ist der Leindotter als besonders trockenheitsresistente Art“, berichtet Westermeyer und sagt abschließend: „Artenschutz geht alle an und jeder kann einen Beitrag leisten.“ So habe der Insektenrückgang viele Faktoren wie der zunehmende Flächenverbrauch, Verkehr, Umwelt –oder die Lichtverschmutzung. „Jeder kann sich aktiv einbringen, gemeinsam können wir alle etwas erreichen“, bekräftigt Westermeyer. Insektenfreundliche Blumen, Blühwiesen statt Rasen im heimischen Garten, auf Grünflächen von Firmen, Unternehmen im öffentlichen Raum, weniger aufgeräumt im eigenem Garten für Igel und Co. - es gebe viele Möglichkeiten.

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