Landwirte im Gespräch
Energiewende und Flächenknappheit

08. März 2013

Herford/WLV (Re): Zu einem Gedankenaustausch trafen sich der FDP- Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler, Stephen Paul, Vorsitzender der FDP- Kreistagsfraktion Herford sowie Marlene Ortmann, Ehrenvorsitzende des FDP- Ortsverbandes Vlotho mit dem Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford Wilhelm Brüggemeier und dem stellvertretenden Vorsitzenden Hermann Dedert in der neuen Geschäftsstelle des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford in Elverdissen (05.3.2013).

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Energiewende in Deutschland eine große Herausforderung für die Wirtschaft und insbesondere für die Landwirtschaft darstellt. Die Fläche als nicht vermehrbares Gut müsse möglichst als Produktionsfaktor für die Landwirtschaft erhalten bleiben. Unvermeidbarer Flächenverbrauch dürfe nur durch intelligente Maßnahmen, insbesondere mit Blick auf den Ausgleich, erfolgen. So sei die stärkere Berücksichtigung der Innenbereiche bei Bauvorhaben und der flächenschonende Umgang bei Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen anzustreben. Letztgenanntes gelte auch bei der Errichtung geplanter Leitungstrassen für die Stromversorgung. „Diese Einschnitte müssen durch eine wiederkehrende, dauerhafte Nutzungsvergütung angemessen entschädigt werden“, verdeutlicht Brüggemeier.

In Bezug auf die europäische Agrarpolitik sprachen sich Brüggemeier und Dedert gegen das sogenannte Greening aus, dass von den Landwirten verlange, 7 % ihrer Flächen praktisch stillzulegen. Diese Ideen seien Relikte einer Agrarpolitik aus Zeiten überquellender Märkte und nicht für die aktuellen Herausforderungen wie Sicherung einer wachsenden Welternährung, Bewältigung des Klimawandels und Umsetzung der Energiewende geeignet.

Weiterhin wiesen die Vertreter der Landwirtschaft daraufhin, dass Stallneubauten für die Landwirtschaft wichtig seien. „Neue Ställe sind sowohl aus Tierschutzgründen als auch mit Blick auf den Arbeitsschutz besser als alte Ställe“, unterstreicht Brüggemeier. Jedoch sei besonders im Kreis Herford der Bau von Stallungen aufgrund restriktiver Vorgaben kaum noch möglich. Die Vertreter der FDP sicherten zu, diese Aspekte auf Kreisebene im Auge zu behalten.


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