Junglandwirtin aus Bielefeld auf Grüne Woche aktiv

„Wir sind als Botschafter unseres Berufsstandes in Berlin“

16. Januar 2020

Stefanie Spiech (24) aus Bielefeld möchte auf der Grünen Woche in Berlin den Messebesuchern die heimische Landwirtschaft näher bringen.

Bielefeld /WLV (Re) Auf vielen Feldern unterwegs ist Stefanie Spiech (24) aus Bielefeld auf der Internationalen Grünen Woche 2020 in Berlin. Sie möchte den größtenteils großstädtisch geprägten Messebesuchern persönliche Einblicke vom Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof geben. Insgesamt 17 Junglandwirte und –landwirtinnen aus Westfalen-Lippe, davon 13 aus Ostwestfalen-Lippe, sind auf der weltweit größten Messe für Ernährung und Landwirtschaft vom 16. bis 26. Januar als Botschafter ihres Berufsstandes aktiv. Im Bühnenprogramm der NRW-Halle sowie an einem Aktions- und Informationsstand zur grünen Berufsbranche in Westfalen-Lippe sind sie präsent. „Mit Begeisterung und Verantwortung in die Zukunft – für eine nachhaltige Landwirtschaft“: unter diesem Motto steht die Präsenz der jungen Leute des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) in Berlin.

Stefanie Spiech ist erstmalig in dieser Form in Berlin dabei und möchte auf der Grünen Woche die hiesige Landwirtschaft den Messebesuchern näher bringen. Zuvor sind die jungen Leute in einem Seminar des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes für den Verbraucherdialog geschult worden, um in Wort, Bild, Text und Person Einblicke aus ihrem Hofalltag zu geben. Mit einer knappen, verbrauchergerechten Präsentation vom heimischen Hof oder einem anderen landwirtschaftlichen Thema werden sie sich im Bühnenprogramm der NRW-Halle präsentieren oder die Gäste mit kleinen landwirtschaftlichen Quizspielen einbinden. Im Anschluss an die Präsentationen gibt es für die Messebesucher eine kleine Verkostung der Produkte des jeweiligen Hofes – von westfälischem Schinken bis zu kreativen Milchshakes. Weiterhin werden die jungen Landwirte und Landwirtinnen einen Aktions- und Informationsstand zur Landwirtschaft in Westfalen-Lippe betreuen. Hier können die Messebesucher beim Bauernhof-Buzzerspiel gegeneinander antreten und mit den jungen Landwirten und Landwirtinnen über Landwirtschaft diskutieren.

„Wir wollen den Dialog, den offenen Austausch und der Bevölkerung unsere Lebenswirklichkeit verdeutlichen, nicht romantisiert, sondern so wie sie ist“, erläutert Stefanie Spiech. „Wir wollen erklären, warum es zu den Bauernprotesten seit letztem Herbst gekommen ist.“ Sie wollen verdeutlichen, dass Milch nicht nur aus der Kühltheke kommt, sondern von der Kuh und Bauern einen angemessenen Preis bekommen müssen. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die Standards zum Beispiel für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und die Standards für die Tierhaltung in Deutschland weltweit die höchsten sind“, unterstreicht Stefanie Spiech. „Ob Agrarpaket, Düngeverordnung oder Insektenschutz, unsere Themenpalette ist vielfältig, wir scheuen uns nicht vor kritischen Fragen.“ Viele in der Gesellschaft hätten eine sehr städtisch geprägte Sicht auf die Arbeit der Bauern. Das sei leider viel Bullerbü, habe aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun. „Bei einer zunehmenden Entfremdung von Stadt und Land, brauchen wir mehr Verständigung“, unterstreicht Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld. Er freut sich über das große Engagement der jungen Leuten und ist überzeugt: „Unsere Nachwuchskräfte sind die besten und glaubwürdigsten Botschafter unseres Berufsstandes. Sie ackern auf vielen Feldern und sind mit ganz viel Leidenschaft dabei.“

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