Landwirtschaft gibt Bienen Lebensraum

19. Mai 2020

Blühstreifen und artenreiches Grünland

 

 

Weltbienentag: Bienen sind für Landwirtschaft unverzichtbar und besonders schützenswert

Kreisverbandsvorsitzender Josef Schreiber: „Vielfalt bietet wertvolle Nahrungsquellen“

 

Hochsauerlandkreis. Bienen sind für die Landwirtschaft unverzichtbar, denn sie bestäuben 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Die Ernte zahlreicher Obst- und Gemüsesorten  sowie die Gewinnung von Ölen sind erst durch die Bestäubung von Bienen möglich. Im Gegenzug stellt die Landwirtschaft den Bienen auf Feldern und Wiesen zahlreiche Nahrungsquellen zur Verfügung. Mit Blühstreifen auf 22 Hektar Fläche bieten landwirtschaftliche Betriebe im Hochsauerlandkreis entlang von Feldern mit Getreide und Mais nicht nur Honigbienen Nahrung, sondern ganz besonders auch vielen gefährdeten Wildbienen. „Extensive“ Wiesen – die später gemäht werden – geben durch ihre Gräservielfalt unzähligen Insekten einen Lebensraum. Auch auf diese Weise setzt sich der Berufsstand für den Erhalt der Artenvielfalt ein und verzichtet dabei freiwillig auf einen Teil der Ernte.

 

„Im Rahmen unseres Projektes ‚Blühendes Band durch Bauernhand‘ sind auf fast 77 Kilometern Länge (bei drei Meter Breite) im Hochsauerlandkreis in den vergangenen Wochen bunte Blühstreifen ausgesät worden. Hinzu kommen viele Privatinitiativen von Bauernfamilien, die ebenfalls buntes Saatgut am Rande von Äckern in die Erde gebracht haben. In ganz Westfalen-Lippe sind es 3.500 Kilometer. In Kürze bietet dieses blühende Band überall Nahrungs- und Rückzugsorte für Insekten und Wildtiere“, freut sich Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, Josef Schreiber. „Das für die Blühstreifen bereitgestellte Saatgut war innerhalb kürzester Zeit vergriffen, die Nachfrage durch unsere Landwirtsfamilien war riesig. Die Blühstreifen sind ein eindrucksvolles Beispiel für gelebten Artenschutz der heimischen Landwirtschaft“, so Schreiber.

 

Das Projekt ist gemeinsam mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft entstanden. In der speziell für Westfalen-Lippe entwickelten Blühmischung finden sich unter anderem Kulturmalve, Rotklee, Phacelia, Sonnenblume, Ölrettich, Dill und Inkarnatklee. Viele Landwirtinnen und Landwirte arbeiten bei der Bewirtschaftung ihrer Felder zusätzlich mit Imkern zusammen, um einen wechselseitigen Nutzen zu erzielen. Wo der Imker etwa seinen Rapshonig gewinnt, kann der Ertrag von Raps dank der Bienen und ihrer Bestäubung um bis zu 20 Prozent gesteigert werden. Auf einer Gesamtfläche von 1.700 Hektar wird im Hochsauerlandkreis Raps angebaut, der im Frühjahr in der Blüte steht. Aus Sicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes ist der Weltbienentag am 20. Mai gesamtgesellschaftlich bedeutsam, um den hohen Stellenwert der Biodiversität in Erinnerung zu rufen. Hinzu kommt: 60 Prozent der Honigleistung eines Bienenvolkes werden im Schnitt durch Rapspollen gedeckt. Die regionale Pflanzenproduktion bietet somit für viele Insekten die Nahrungsgrundlage.

 

Noch bestehende Defizite im Arten- und Klimaschutz müssen auf Bestreben des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes verringert werden. Gleichzeitig gilt es, die regionale Lebensmittelerzeugung zu stärken und in dem Zuge herauszustellen, wo eine Wechselwirkung zwischen Lebensmittelerzeugung und Klima-, Arten-, und Insektenschutz akzeptiert werden kann. „Durch eine Stärkung der heimischen Landwirtschaft wird zugleich aktiver Natur-, Umwelt- und Insektenschutz gefördert“, macht Josef Schreiber deutlich und fordert, dass dies im zukünftigen Diskurs mit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stärker Berücksichtigung findet.

 

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