"Frische Landluft" durch organische Dünger

07. März 2013

Höxter/WLV (Re) Wenn es momentan auf den Feldern "riecht", dann hat das einen Grund: Die Zeit der Güllefahrens ist wieder angesagt. Sobald der Boden genügend abgetrocknet und befahrbar ist, bringen die Landwirte wieder den Naturdünger aus. „Gerade das Wintergetreide benötigt im Frühjahr eine Startdüngergabe, damit das Pflanzenwachstum richtig beginnen kann“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter-Warburg Antonius Tillmann. Durch die Gülle, die einen wertvollen Mehrnährstoffdünger darstelle, könne eine nahezu vollständige Ernährung des Getreides sichergestellt werden.

Warum muss man Pflanzen überhaupt düngen? Pflanzen nehmen mit ihren Wurzeln aus dem Boden die Nährstoffe auf, die sie für das Wachstum und zur Bildung von Blättern, Stängeln und Früchten brauchen. „Diese Nährstoffe müssen dem Boden auch wieder zugeführt werden, damit er auf Dauer nicht verarmt“, erklärt der Vorsitzende. Das geschehe entweder mit Gülle oder Mist, also den Düngern, die im Stall anfallen, Substraten aus Biogasanlagen oder auch eigens dazu hergestellten Mineraldüngern.

Bringen Bauern Gülle aus, haben sie sowohl die gesetzlichen Regelungen im Blick als auch den Nährstoffbedarf der Pflanzen. Im Winter beispielsweise darf keine Gülle ausgefahren werden, denn in dieser Zeit wachsen die Pflanzen nicht und benötigen somit auch kaum Nährstoffe. „Seit dem 1. Februar dürfen wir wieder Gülle fahren – mit Sondergenehmigungen war es schon ab dem 15. Januar möglich“, unterstreicht Tillmann.

Was den Landwirten hilft, teuren Mineraldünger zu sparen, ärgert aber häufig den Mitbürger. „Dieser rümpft oft „verschnupft“ die Nase, da Harn und Kot unserer Nutztiere nun mal ihren arteigenen Geruch haben“, so der Vorsitzende. Allerdings ist das normal. Tillmann: „Alles, was bei Lebewesen den Verdauungsprozess durchlaufen hat, riecht nun mal nicht so toll.“ Das sei bei Rindern und Schweinen – deshalb auch bei der Gülle – so, aber auch bei allen anderen Tieren wie Hund und Katze – und eben auch beim Menschen. Die Bauern würden sich aber größte Mühe geben, mit verschiedenen Methoden, die Gerüche einzudämmen. „Denn Luftemissionen bedeuteten auch Nährstoffverluste“, bekräftigt der Vorsitzende.

Abschließend bittet der Kreisverbandsvorsitzende um Verständnis bei den Mitbürgern, „wenn´s dufet“. Denn die Ausbringung der natürlichen Wirtschaftsdünger sei unbedingt notwendig. „Ein erheblicher Teil des Nährstoffbedarfs unserer Kulturpflanzen wird dadurch abgedeckt und ein natürlicher Kreislauf geschlossen.“

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