Bauernhoferkundung zum „Internationalen Tag der Milch“

29. Mai 2013

Lippe/WLV (Re): „Unsere Kühe fühlen sich ‚sauwohl’“, erklärt Milchviehhalter Thorsten Sievert aus Bad Salzuflen den Kindern des Kindergartens Ahmsen. Die Jüngsten waren anlässlich des „Internationalen Tag der Milch“ (weltweit 1. Juni) auf dem Hof Sievert mit der Kuh auf Muh und Du. Sie konnten im Rahmen einer Bauernhoferkundung am Dienstag (28. Mai) Kuh und Kalb in echt erleben. Sie sahen hautnah wie Kühe heute leben, gemolken sowie gefüttert werden. Darüber hinaus erfuhren sie, warum der weiße Saft so wichtig für eine gesunde Ernährung ist.

Ist doch klar: Die Milch kommt aus dem Getränkekarton, oder? Eine Kuh wird häufig nicht mehr mit der Milch im Laden in Verbindung gebracht - eher mit der lila Kuh oder gar mit Schokolade. Doch was hat die Kuh mit der Milch zu tun? „Anliegen des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins (LLHV) zum Tag der Milch ist es, die Milchquelle begreifbar zu machen und die Wichtigkeit des Kuhsaftes für eine gesunde Ernährung ins Gedächtnis zu rufen“, erläutert der Hauptvereinsvorsitzende Dieter Hagedorn. Denn: Der Absatz von Schulmilch in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr erneut spürbar zurückgegangen. Wie Daten der Landesvereinigung der Milchwirtschaft für Nordrhein-Westfalen (NRW) belegen, belief sich 2012 der Verkauf von Schulmilch einschließlich Milchmischerzeugnissen auf 12.231 t. Das waren 1.099 t oder 8,2 % weniger als im Vorjahr. „Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich der Absatz von Schulmilch in NRW damit um mehr als ein Drittel verringert“, bringt es Hagedorn auf den Punkt.

Dabei ist die Milch unerlässlich für die Kinder. Milch als Powergetränk ist nicht nur für den Sportler sondern gerade auch für die wuchsfreudigen Kinder als Mineralstofflieferer unerlässlich für den Knochenbau (diesen Satz wollte Hagedorn gern drin haben!!!!) Sie liefert wie kein anderes Nahrungsmittel hochwertiges Eiweiß, Vitamine und für den Knochenbau unverzichtbare Mineralstoffe wie Calcium und Phosphor in optimaler und leicht verwertbarer Zusammensetzung. Das Milcheiweiß ist besonders hochwertig, weil es alle lebensnotwendigen Eiweißbausteine besitzt. Milchfett ist leicht verdaulich, da es in Form kleinster Fettkügelchen fein verteilt ist. Milchzucker wird im Körper rasch umgesetzt: „Milch ist ein blitzschneller Energielieferant“, erläutert der Vorsitzende. „Um konzentriert und lernbereit für den Schulalltag zu sein, brauchen die Kids eine solide Grundlage.“ Deshalb seien das Frühstück und der Pausen-Snack die wichtigsten Mahlzeiten am Tag. Die Konzentration und Lernfähigkeit werde gefördert, die Schülerinnen und Schüler bekämen damit einen guten Start in den anstrengenden Schulalltag. Das „Muh-lti“-Getränk Milch stellt daher für Kinder und Jugendliche die Powerquelle für ihre Aktivitäten dar“, unterstreicht Milchsprecher Jörg LLHV- Milchsprecher Jörg Möllenbrok.

Anliegen des Berufsstandes ist es zudem, die Herkunft des Kuhsaftes - die Milchquelle - transparent zu machen und über die Haltung der Tiere aufzuklären. Der Hauptvereinsvorsitzende: „Wenig bekannt ist, wie ein Landwirt heute arbeitet.“ Viele hätten keine Vorstellungen mehr davon, wie Nahrungsmittel erzeugt werden. Dem möchten die Bäuerinnen und Bauern durch Offenheit und Dialog entgegenwirken. „So dient 90 % meiner Arbeit dem Wohlbefinden meiner Kühe“, berichtet Thorsten Sievert während der Hofführung um den täglichen Einsatz für seine Tiere. Er melkt sie morgens und abends, auch Feiertags und am Wochenende. Im Boxenlaufstall gehen die Milchkühe spazieren, haben bequeme Liegeboxen und sind von Frühjahr bis Herbst tagsüber draußen auf der Weide.

„Die Tierhaltung wurde in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich verbessert“, erläutert Möllenbrok. Komfortable Liegeboxen, breite Lauf- und Fressgänge, offene Ställe mit guter Luftführung und viel Licht gehörten heute zum „Rundum-Wohlfühlprogramm“ der Kühe. Hinzu kämen Spezialbereiche auf Stroh wie für abkalbende – also gebärende - Kühe und für die jungen Mütter, sozusagen die Geburts- bzw. Wöchnerinnenstation. Zum „Wellnessprogramm“ gehört zudem die Kuhbürste: „Hier können sich die Kühe ihre Massage abholen“, erklärt Sievert schmunzelnd den Kindern. „Früher ist ein Kuhstall häufig klein, nass und eng gewesen“, schildert Möhlenbrok. Zudem wurden die Tiere über Winter im Stall angebunden. Boxenlaufställe wie der von Sievert seien heute hell, böten den Kühen viel frische Luft, viel Platz und die Tiere könnten sich frei bewegen. Thorsten Sievert verdeutlicht während der Besichtigung, dass all dies dem Kuhkomfort diene. „Nur Kühe, die sich wohl fühlen, erbringen auch eine gute Milchleistung“, so der Milchviehhalter und betont weiter: „Wir sehen, wenn es ihnen nicht gut geht und würden dann sofort Abhilfe schaffen.“ Das gelte im Übrigen auch an Feiertagen und quasi rund um die Uhr.
„Kuh-ten Tag!“, wünscht Thorsten Sievert am Ende des Bauernhofbesuches den Kindergartenkindern und unterstreicht: „Die Milch ist doch echt kuh-l und ein gesundes „Muh-lti“-Getränk!“


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