Landwirtschaftlicher Erste-Hilfe-Tag

16. September 2013

Not-Hilfe-Kurs für Bauern: Schnell und sicher helfen

Lippe /wlv (Re) Nicht ansprechbar auf dem Schlepper; Herzinfarkt, Schlaganfall? Wie können wir helfen? Was tun außer 112 anrufen? Die Kenntnisse, kompetent sofort Hilfe zu leisten, sind oft dürftig, so der Vorsitzende des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins (LLHV) Dieter Hagedorn. Anlass für den LLHV in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft einen Not-Hilfe Kurs-Tag durchzuführen. Die Schulung mit rund 40 Landwirten fand am Samstag (14.9.2013) auf dem Betriebsgelände der Raiffeisen-Lippe- Weser AG (RLW Saltenbrock) statt. Die RLW Saltenbrock stellte auch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge zur Verfügung.

Wir freuen uns über eine so gute Teilnahme, berichtet Hagedorn. Denn das Thema gehe jeden an und könne jedem passieren, vom Auszubildenden über den Betriebsleiter bis zum Altenteiler. Um die wertvollen ersten Minuten nach dem Un- bzw. Notfall nicht nutzlos verstreichen zu lassen und gegebenenfalls möglichst viele Menschenleben zu retten, wollen wir uns fit machen, erklärt der Vorsitzende. Weit verbreitet sei die Einstellung, man würde mehr falsch als richtig und darum gar nichts machen; das darf nicht sein! Auch eine Umfrage des Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) ergab, dass nur ein Drittel der befragten alle am Unfallort erforderlichen Maßnahmen kannten. Dass die Kenntnisse derart lückenhaft waren, verwundert laut Studie nicht: Bei 38 % der Befragten lag der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück, bei manchen sogar seit der Führerscheinprüfung.

Nicht ansprechbar auf dem Trecker; was ist zu tun? Ist es ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder ein Krampfanfall? Wie erfolgt die Rettung auf dem Schlepper? Wie geht die stabile Seitenlage, wie eine Herzdruckmassage oder die Schocklage? Wie ist zu handeln, wenn eine Person den Arm eingeklemmt hat? Oberarzt Daniel Fischer von der Klinik Lippe-Lemgo veranschaulichte den Landwirten anhand von Fallbeispielen und Übungen, wie wichtig der Ersthelfer ist und was er tun kann. Fischer: Nichtstun aus Angst, etwas verkehrt zu machen, ist immer die schlechteste Entscheidung. Der Notarzt zeigte den Teilnehmern das Kontrollieren der Vitalfunktionen eines Verletzten, Sofortmaßnahmen wie das Beatmen und das Stillen von Blutungen sowie das Absetzten des Notrufs 112. Neben Wiederbelebungsmaßnahmen wurde den Bauern zudem das Verhalten bei Amputationsverletzungen, verursacht beispielsweise durch Motor- und Kreissäge, erläutert. Weiter informierte Dietmar Gerling von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Kassel über Unfallpräventions-Maßnahmen in der Landwirtschaft.

Fazit am Ende des Tages: Nach dem Motto erste Hilfe geht jeden an, schnell und sicher reagieren, Leben retten, wollen wir beispielhaft voran gehen; unterstreicht Hagedorn. Nun hoffen wir durch den Kurs mit weniger Angst und mehr Wissen an eventuelle Notfälle herangehen zu können.

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