Erntedank: Bauern mit Getreideernte zufrieden

04. Oktober 2013

Lippe /wlv (Re) Das traditionelle Erntedankfest nähert sich. Anlass für die heimische Landwirtschaft Dank zu sagen und Rückschau zu halten: Die Bauern konnten in diesem Jahr eine gute Ernte allerdings mit schlechteren Preisen als im Vorjahr einfahren“, stellt der Vorsitzende des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins Dieter Hagedorn fest. Er erinnert zum Erntedankfest daran, dass die Ernte keineswegs von selbst komme. Allzu oft werde von der Bevölkerung vergessen, dass die Bauern mit viel Fleiß und Arbeit Produkte erzeugen, die alle brauchen – Lebensmittel, die unverzichtbar sind.

Hagedorn: „Daher sollten wir alle dankbar sein, in einer Gemeinschaft zu leben, in der es an Nichts fehle.“ Mehr als 170.000 verschiedene Lebensmittel ständen in den Supermärkten im Regal. Sie seien immer verfügbar und zum Großteil für alle Verbraucher bezahlbar. Dieses sei nicht überall so: Auf der Welt leiden nach Schätzungen mehr als eine Mrd. Millionen Menschen an Hunger.

"Weiter können wir in unserer Region dankbar sein, von Naturkatastrophen wie das Hochwasser in Süd- und Ostdeutschland verschont geblieben zu sein“, erklärt Hagedorn. Die Flut habe vielen Menschen ihre Existenz vernichtet. Die Bilder des Frühjahrs zeigen auch, wie abhängig die Landwirtschaft von der Natur ist.

"Witterungsmäßig und somit ackerbaulich war es ein interessantes Jahr“, fasst der Vorsitzende zusammen. „Wir konnten gleich mehrere Rekorde verbuchen.“ So zeichnete sich der Vegetationsverlauf durch einem langen, kalten Winter, einem kühlem Frühjahr sowie einer Hitzewelle zu Erntebeginn im Juli. Teilweise beeinträchtigten regional Starkniederschläge und Hagel die Ackerkulturen. Zwei Rekorde konnte der Winter 2012/13 vermelden: „Mit Januar und Februar hatten wir sogar zwei sonnenarme Monate, die jeweils sonnenscheinärmsten seit 1951. Weiter gestaltete sich der März als deutlich zu kalt. Hagedorn: „Wir hatten den kältesten März seit 25 Jahren und den fünftkältesten seit 1881. Der Sommer 2013 erreichte in NRW dann nur 63 % des Niederschlagssolls und lag mit 636 Sonnenscheinstunden deutlich über dem Schnitt der Jahre (554 Stunden) „Im Vergleich zu anderen Regionen hatten wir aber den wenigsten Sonnenschein“, schildert der Vorsitzende.

 Die Bauern konnten eine ordentliche Ernte einfahren. Die Erntebedingungen waren insgesamt gut, wenn auch mit Unterbrechungen. „Die Preissituation ist allerdings deutlich schlechter, aufgrund der weltweit guten Versorgungslage“, erläutert Hagedorn. Der Getreidepreis liegt zum jetzigen Zeitpunkt rund ein Viertel unter Vorjahresniveau. Doch er rechnet nicht damit, dass sie ins „Bodenlose sinken“. Ebenso wenig werden die Lebensmittelpreise „durch die Decke gehen“. Nahrungsmittel waren bisher inflationshemmend und werden sich im Rahmen der allgemeinen Inflation bewegen. „Nahrungsmittel sind in Deutschland immer noch sehr preiswert“, ergänzt der Vorsitzende.

Wie ist die Ernte im Detail ausgefallen? Bei der Wintergerste liegen die Erträge im guten Durchschnitt, schwanken jedoch regional. Ähnlich sieht es bei Roggen, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Hafer aus: Die Landwirte konnten hier eine gute Ernte einfahren jedoch mit regionalen Unterschieden. Beim Raps fiel die Ernte nach einem schwierigen Vegetationsverlauf ordentlich aus, allerdings mit großer Spannbreite. „Die Erträge beim Weizen sind durchaus gut“, freut sich der Vorsitzende. Noch ist nicht alles unter Dach und Fach: Beim Mais rechnen die Landwirte auf den besseren Böden mit einer normalen Ernte. Auf den sandigeren Böden und in den Höhenlagen sind jedoch Ertragseinbußen zu erwarten. Der Mais hat in diesem Jahr ebenso wie die Zuckerrüben unter der diesjährigen Witterung gelitten. Zunächst erschwerte das kühle und feuchte Frühjahr den jungen Pflanzen den Start. Anschließend setzten hohe Temperaturen und Trockenheit die Bestände zu. Bei den Zuckerrüben gehen die Bauern von einer durchschnittlichen Ernte mit guten Zuckergehalten aus. Auch die Kartoffeln haben unter dem kühlen Wetter im Frühling gelitten. Der Kartoffelansatz ist nur schwach, gleichzeitig fehlen größere Sortierungen, die vor allem von der Pommes-Industrie nachgefragt würden.

Abschließend bekräftigt der Vorsitzende, das mit dem Erntedankfest im Kreislauf von Säen, Wachsen, und Ernten, die Zeit des Aufatmens und der Freude, gekommen sei: „Es ist geschafft, wieder einmal“, ergänzt Hagedorn. Das Erntedankfest gebe die Gelegenheit, einmal inne zu halten, zurück zu blicken und „Danke“ zu sagen. So erinnert der Vorsitzende daran, dass gesunde Lebensmittel auch gesundes Wasser brauchen. Die Landwirtschaft gewährleiste hier einen wertvollen Schutz durch die Filtration aktiver lebendiger Böden. Er spricht ein Dankeschön an die heimische Wasserkooperation und alle aus, die dem Berufsstand in den letzten Jahren aktiv begleitet haben. Hagedorn: „Denn so ist es möglich ohne unnötige Verteuerungen mit wenig Bürokratie dem Verbraucher eine Wasserqualität zu gewährleisten, die vielfach oberhalb von Mineralwasser liegt.“

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