Hauptverein sieht Landesentwicklungsplan differenziert

04. März 2014

Lippe /WLV (Re) Der Lippische Landwirtschaftliche Hauptverein (LLHV) begrüßt die im Entwurf zum Landesentwicklungsplan (LEP) festgelegten Ziele und Grundsätze. „Besonders über die erstmalige Aufnahme eines eigenen Kapitels ‚Landwirtschaft’ freuen wir uns“, hebt der Hauptvereinsvorsitzende Dieter Hagedorn hervor. „Unser Grund und Boden ist für uns Landwirte unsere wichtigste Grundlage.“ Boden sei nicht beliebig verfügbar und nicht vermehrbar. „Deshalb brauchen wir einen sparsamen Umgang und müssen dem ungebremsten Flächenverlust Einhalt gewähren.“

„Wir freuen uns, das sowohl Landrat Friedel Heuwinkel für den Kreis Lippe als auch die Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl uns bei unserem Anliegen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Resource Boden unterstützen“, so Hagedorn. Der Berufsstand sieht die Notwendigkeit des Flächenrecycling von nicht mehr gewollten Gebäuden. Er sieht auch die Notwendigkeit der Schaffung neuer Arbeitsplätze zur Stabilisierung des ländlichen Raumes. Dies beinhaltet oft den Neubau von modernen Produktionsstätten. „Dieser sollten dann allerdings vorzugsweise auf „Recyclingflächen“ stattfinden“, erklärt der Vorsitzende.

Der Berufsverband begrüßt die festgelegten Ziele und Grundsätze wie die Rücknahme von Reserveflächen, den Vorrang der Innenentwicklung oder den gleichwertigen Flächentausch. Als ein wichtiges Ziel sieht der Kreisverband die flächensparende Siedlungsentwicklung mit der Vorgabe, den Flächenverbrauch in NRW bis zum Jahre 2020 auf fünf Hektar pro Tag zu reduzieren und sogar langfristig auf „netto- null“ zu verringern.

Nicht geteilt wird zudem die Einschränkung, dass nur landwirtschaftliche Flächen mit hoher Bodenfruchtbarkeit geschützt werden sollen. „Einen qualitativen Abschlag einzig auf die Bodengüte einer Fläche vorzunehmen, halten wir für nicht tolerabel“, unterstreicht der Vorsitzende. Zur Sicherung der Ernährung sei jeder Quadratmeter - unabhängig von der Bodengüte - wichtig und für die Bewirtschaftung und Entwicklung des Hofes notwendig. „Wir müssen mit unseren wertvollen Böden insgesamt sorgsamer, verantwortungsbewusster umgehen“, ergänzt Hagedorn.

Der Berufsstand befürwortet zudem den Grundsatz zur Nutzung von ehemaligen militärischen Flächen. Hagedorn spricht sich für eine Weiternutzung von Kasernenflächen als Gewerbe- oder Wohngebiete aus. Dagegen ist nach Ansicht des Hauptvereins bei ehemaligen militärischen Flächen, die in der Landschaft liegen, ein Bevorzugen für Festlegungen zum Naturschutz nicht zu rechtfertigen und wird daher abgelehnt. Ebenso ist auch eine Rekultivierung als landwirtschaftliche Fläche zur Ernährungssicherung zu ermöglichen.

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