Ein schwierige Beziehung: Wolf und Schaf
Tierhalter beobachten Auftauchen des Raubtieres
mit Sorge

07. April 2016

Viele ungeklärte Probleme

„Die Rückkehr des Wolfes löst bei uns große Sorgen aus“, so der Vorsitzende Dieter Hagedorn.

Lippe /WLV (Re): „Das Auftauchen des Wolfes löst bei uns große Sorgen aus.“ Das erklärt der Vorsitzende des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins Dieter Hagedorn anlässlich des bestätigten Wolfs-Auftauchens in Barntrup-Sommersell. Wölfe und Schafe würden keine Freunde sein und werden, verdeutlicht Hagedorn: „Die Euphorie in der Politik zur Rückkehr des Wolfes in Nordrhein-Westfalen können wir nicht teilen.“ Schafhalter und Landwirte sehen erhebliche zusätzliche Arbeit und Kosten auf sich zukommen.

Der Vorsitzende verweist darauf, dass der Wolf im Gegensatz zum Luchs nicht gezielt ein Beutetier greife, sondern auch mehrere Tiere reiße. Zudem bringe ein angreifender Wolf höchste Unruhe in eine Schafherde. Flüchtende Weidetierherden könnten auf Straßen oder Bahngleisen zu einer großen Gefahrenquelle werden, tragende Tiere könnten aufgrund der Stresssituation verlammen. Gerade die in der Landschaftspflege eingesetzten Schafherden müssten durch hohe Zäune oder speziell ausgebildete Hütehunde erheblich besser gesichert werden als bislang. Oberste Pflicht der Nutztierhalter (Hirten) sei es, seine Herde zu schützen. Den Tieren müsste zu ihrem eigenen Schutz fast ein „Hochsicherheitstrakt“ verordnet werden, ansonsten stünden sie dem Wolf wie auf einem Buffet zur Selbstbedienung zur Verfügung, so Hagedorn. Schafe seien nicht Nutztiere zweiter Klasse.

Schäfer sind die, die von der Rückkehr des Wolfes am stärksten betroffen sind. „Wir müssen ihre Sorgen ernst nehmen und sie dürfen auch nicht mit den Kosten, die die Rückkehr des Wolfes mit sich bringt, alleine bleiben“, unterstreicht der Vorsitzende. Gerade für sie ist es eine Existenzfrage. „Präventionsmaßnahmen und Übernahme der Kosten sind dringend erforderlich“, untermauert Hagedorn. Risiken für Betriebe müssten abgemildert werden.

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