Bauern machen sich fit:
Seminar mit Agrarblogger und Buchautor Thomas Fabry
„Der Beruf des Landwirts ist es wert, davon zu erzählen“

08. Februar 2019

Ob Facebook, Snapchat und Co. - Agrarblogger Thomas Fabry gab währen eines Seminars viele Tricks, Kniffe und Tools.

Lippe /WLV (Re) Wie können wir das Image der Landwirtschaft verbessern? Wie gelingt gute Kommunikation zwischen Stadt und Land, Verbrauchern und Landwirten? Wie können wir das Potenzial der Soziale Medien in der Landwirtschaft nutzen? Um diese Themen drehte sich ein Seminar des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Lippe mit dem Agrarblogger und Buchautor Thomas Fabry. Mehr als 40 Personen, vornehmlich junge Landwirte und Landwirtinnen, nahmen an der Fortbildung am Samstag (2.2.2019) teil. Seminarinhalt war zudem der Erfahrungsbericht der Jungbäuerinnen Jennifer Helweg (24) aus Detmold und Beke Hameier (25) aus Lage sowie des Jungbauern Sebastian Horn (22) aus Lage von ihrem Einsatz auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Januar.

Kaum noch Kontakt zu Bauern

Auf der einen Seite wird die Landwirtschaft romantisiert“, erläutert der Kreisverbandsvorsitzende Dieter Hagedorn. Zeitschriften wie „Landidee“, „Landlust“, oder Fernsehsendungen wie „Bauer sucht Frau“ erfreuten sich großer Beliebtheit. Auf der anderen Seite ständen die Landwirtschaft und ihre Erzeugung zunehmend in der Kritik der öffentlichen Meinung und Medien. „Viele Menschen haben einfach kaum Berührungspunkte mit Bauern“, erläutert der Vorsitzende. So entständen leicht einseitige Bilder und Vorurteile. „Doch wenn wir nicht mitreden, wird über uns geredet“, appelliert Hagedorn an die Teilnehmer des Seminars und fordert sie auf, sich einzumischen.

Doch wo fängt Öffentlichkeitsarbeit an und was kann jeder tun?, so der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Peter-Eric Froböse, der den Tag moderierte. Der Referent, der 25- jährige Thomas Fabry aus Balve im Sauerland, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den grünen Berufszweig ins richtige Licht zu rücken und auch andere dafür zu begeistern. Mit seinem #roadtripagrar - einer Deutschlandtour 2018 von Nord nach Süd mit Erklärbäuerin Annika Ahlers, seinem neuem Buch „Social Media für Landwirte – Facebook, Snapchat Co.“ und seinem Engagement in den sozialen Medien hat er viele unterschiedliche Erfahrungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit gesammelt. Erfahrungen, die er gerne im Seminar weitergab.

Öffentlichkeitsarbeit: Jeder kann seinen Beitrag leisten

„Mit dem Verbraucher kommunizieren, auf kritische Fragen eingehen, realistische Bilder aus den Ställen zeigen und die dazugehörigen Hintergrundinfos liefern, all das ermöglichen Sozialen Netzwerke“, so Fabry. Landwirte könnten Dank der neuen Medien ihre Arbeit und ihren Betrieb auf direktem Weg authentisch präsentieren und so in den Dialog mit der Öffentlichkeit treten. „Jeder kann seinen Beitrag leisten, das Bild der Landwirtschaft zu verbessern, egal ob online oder offline“, unterstreicht der Referent. „Seien Sie offen für Gespräche, denn der Beruf des Landwirts ist es wert, davon zu erzählen.“ Dabei sei es wichtig in der Sprache der Verbraucher zu sprechen und Fachbegriffe zu vermeiden. Scheuten Sie sich auch nicht, Verbraucher auf den eigenen Betrieb zu einer Hofbesichtigung einzuladen, um Verbrauchern ein umfassendes Bild vom Betriebsalltag auf den Höfen zu vermitteln.

Die Landwirtschaft braucht Gesichter

Ob Facebook, Snapchat und Co. - die Teilnehmer lernten an dem Samstag Tricks, Kniffe und Tools für den Online-Auftritt. Mitmischen, Gruppen nutzen und Botschaften plazieren, modernes Storytelling für digitalaffine Nutzer, in kurzen Videos über die tägliche Arbeit berichten – das waren einige Beispiele aus der Werkzeugkiste der Öffentlichkeitsarbeit, die Fabry den Teilnehmern vermittelte. „Die Landwirtschaft braucht Gesichter“, sagt der engagierte Jungbauer aus dem Sauerland.

Ihr Gesicht, das zeigten auf der diesjährigen Grünen Woche in Berlin die Lipper Beke Hameier, Jennifer Helweg sowie Junglandwirt Sebastian Horn. Sie berichteten mit weiteren Kollegen aus dem Kreis Minden-Lübbecke von ihren Erfahrungen mit dem größtenteils großstädtisch geprägten Messebesuchern. Sie seien über die angenehmen Gespräche überrascht gewesen, resümieren die jungen Leute von ihrem Einsatz. Die Menschen hätten viele Themen angesprochen. In der Regel ohne Vorwurf, sondern mit ehrlichem Interesse. „Wir konnten gut erklären, wie wir Landwirte mit diesen Themen umgehen. Wir erhielten ganz viel Verständnis und Offenheit“, sind sich die Jungbäuerinnen und –bauern einig.

Presse-Kontakt

Mitmischen, Gruppen nutzen und Botschaften plazieren, Storytelling, in kurzen Videos über die tägliche Arbeit berichten – das waren einige Beispiele die Fabry (3. von links) den Teilnehmern Jonas Reckefuß aus Leopoldshöhe, Philip Hameier aus Lage und Torben Wiemer aus Oerlinghausen vermittelte.

Mitmischen, Gruppen nutzen und Botschaften plazieren, Storytelling, in kurzen Videos über die tägliche Arbeit berichten – das waren einige Beispiele die Fabry (3. von links) den Teilnehmern Philip Hameier aus Lage, Torben Wiemer aus Oerlinghausen, Paul und Christian Ehrlich aus Bad Salzuflen vermittelte. 

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