Lippischer Landwirtschaftlicher Hauptverein feierte Jubiläum

Festveranstaltung zum 175 jährigen Bestehen

21. Mai 2019

Ein großes Jubiläum feierte der Lippische Landwirtschaftliche Hauptverein anlässlich des 175 jährigen Bestehens am Freitag (17.5.2019) auf der Adlerwarte in Detmold-Berlebeck.

Von links nach rechts: Klaus Hansen, Leiter der Adlerwarte, Stephan Prinz zur Lippe, Dietmar Arends, Landessuperintendent Lippische Landeskirche, Dieter Hagedorn, Hauptvereinsvorsitzender, Reinhard Petig, Kreislandwirt Lippe, Britta Petercord, Hauptvereins-Stellvertreterin und der Moderator der Gesprächsrunde Jobst Lüdeking

Lippe /WLV (Re) Ein großes Jubiläum feierte der Lippische Landwirtschaftlicher Hauptverein anlässlich des 175 jährigen Bestehens am Freitag (17.5.2019) auf der Adlerwarte, Detmold-Berlebeck. „Andere hätten in eine schön geschmückte Halle geladen. Wir wollten einmal zeigen, was unser Herz nach getaner Arbeit erfreut“, so der Hauptvereinsvorsitzende Dieter Hagedorn: „Der Blick in unsere schöne Kulturlandschaft sowie den ein oder anderen Greifvogel beobachten, aber nicht so viele wie hier.“ Dies sei auch eine Form, Zufriedenheit zu erlangen.

Bei der gut besuchten Festveranstaltung sprachen in einer lockeren Gesprächsrunde prominente Gäste: Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, Stephan Prinz zur Lippe, Anne Recklies, Regierungsvizepräsidentin Regierungsbezirk Detmold, Rainer Heller, Bürgermeister Stadt Detmold, Dietmar Arends, Landessuperintendent Lippische Landeskirche, Reinhard Petig, Kreislandwirt Lippe und Dorothee Voß, vom geschäftsführenden Team Kreislandfrauenverband Lippe. Der Moderator, der Lipper Jobst Lüdeking und Redakteur der Neuen Westfälischen, spannte mit den Gesprächsteilnehmern den Bogen von den Gründungsvätern bis zur Jetztzeit. Humorvolle Einlagen gab es von Friedo Petig, der mit Gitarrist Sammy Geschichten des Hauptvereins vorstellte.

In der Ansprache verdeutlichte der Hauptvereinsvorsitzende Hagedorn, dass sie in Lippe Glück gehabt hätten. In dieser Region wären vorausschauende Herrscher wie Fürstin Pauline gewesen. 175 Jahre sei eine lange Zeitspanne: von der Lehnsarbeit zum mühsamen Demokratieprozess, unterbrochen durch zwei fürchterliche Kriege. Vom Kleinstaat zur Bundesrepublik Deutschland bis in die heutige Europäische Gemeinschaft, deren Wirken für unseren Frieden, für die Wiedervereinigung, aber auch für die Beendigung des Kalten Krieges unschätzbar wertvoll seien, auch wenn es immer wieder Bestrebungen gäbe, das Rad zurückzudrehen. „Fakt ist aber, dass der Wohlstand stetig gestiegen ist - nicht nur monetär“, betont der Vorsitzende.

Im 18. Jahrhundert seien nur 27 Prozent der Höfe persönlich frei, also 73 Prozent Leibeigene gewesen. 1819 erließ Fürstin Pauline eine neue Verfassung, wenn auch nicht basisdemokratisch, sondern eher nach dem Sinne: Wer das meiste zu den Staatskosten beitrage, müsse auch politisch vertreten sein. „Dieses war schon eine entscheidende Umdrehung, fast eine kleine Revolution“, unterstreicht Hagedorn.

Am 24.06.1844 wurde der Lippische Landwirtschaftliche Hauptverein (LLHV) in einem Detmolder Gymnasium gegründet als Interessenvertretung. Vieles wiederhole sich in der heutigen Zeit, mit einem schwierigen Zuckermarkt, politisch gestütztem Pflanzenöl und Eiweißmärkten aus Südamerika, so dass der Erzeuger weniger von den eigenen Leistungen als von den politischen Faktoren abhängig sei. „Wetterkapriolen sind für den Landwirt schlimm, politische Märkte aber unkalkulierbar“, bringt es Hagedorn auf den Punkt. „Die Historie sollte uns verdeutlichen, dass wir das, was wir haben, schätzen sollten. Wir bewegen uns innerhalb der Europäischen Union in einer langen friedlichen Zeitspanne, die uns allen Sicherheit beschert“, so Hagedorn. Sicherheit in der Krankenvorsorge, im Alter, aber auch im täglichen Miteinander.“ Unser Rechtssystem sei vorbildlich, wenn auch kompliziert.

Die Arbeitsverhältnisse hätten sich in den 175 Jahren durch die Technisierung entscheidend verbessert. Auswanderungswellen und Industriealisierung ließen die landwirtschaftliche Bevölkerung schrumpfen. In den 175 Jahren seien nicht nur in der Medizin - bei Tier wie Mensch - erhebliche Fortschritte zu verzeichnen gewesen, sondern auch in Züchtung und Forschung. „Dass uns dieses alles immer wieder vor Diskussionen stellt, wie viel wir wovon zulassen, ist Fakt“, erklärt der Vorsitzende. „Wie verändert sich das Arbeits- und Lebensumfeld?, Ist das alles gangbar? Dies beschäftigt uns seit Jahrzehnten.“

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende Hbei allen Rednern, Helfern und Mitverantwortlichen. „Wir wollen einen schönen Abend feiern und die Sorgen einmal zurück lassen.“

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