Landwirte helfen heimischen Kiebitzen beim Nestbau
Schutz der Artenvielfalt steht im Vordergrund

05. März 2013

Schutz der Artenvielfalt steht im Vordergrund

Münster <WLV> Die Landwirte haben ein großes Augenmerk auf die heimische Tierwelt und unterstützen sie durch verschiedene Maßnahmen wie etwa das Anlegen von Lerchenfenstern oder Blühstreifen, das Aufstellen von Insekten- und Fledermaushotels oder Nisthilfen für Rauchschwalben. "Wir Landwirte machen uns stark für die Vielfalt der Arten vor Ort und freuen uns, wenn wir auf unseren Feldern und Höfen den Tieren ein zu Hause bieten“, macht Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, das Anliegen der Landwirte deutlich.

In diesen Tagen kehren die Kiebitze aus ihren Überwinterungsgebieten in West- und Südeuropa zurück ins Münsterland. Damit beginnt für die Vögel auch die Suche nach geeigneten  Brutplätzen. Anders als die meisten Vögel bauen Kiebitze ihre Nester auf dem Boden. Besonders beliebte Nistplätze sind dabei Ackerflächen, auch im Stadtgebiet Münster. Attraktiv sind für die Vögel Flächen, die möglichst frei von Pflanzen und Bewuchs sind. Denn: Der Kiebitz ist ein vorsichtiger Geselle. Er hat gerne einen guten Überblick über seine Umgebung.

Wenn ab März die Brutsaison beginnt, bieten viele Ackerflächen dem Kiebitz gute Brutbedingungen. Um Nester in der Brutzeit zu schützen, bemühen sich Landwirte, die Feldarbeiten im Frühjahr nach Möglichkeit in fünf Tagen abzuschließen. „Wenn ein Nest einmal durch die Bodenbearbeitung zerstört wird, legt der Kiebitz meist ein neues Nest an, wofür er aber einige Tage braucht. Sind die Feldarbeiten zwischen dem Pflügen und der Einsaat innerhalb von fünf Tagen abgeschlossen, kann der Vogel anschließend ungestört brüten“, erklärt Tanja Brüggemann von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft. Kiebitze sind übrigens standorttreu: Zum Brüten kehren sie gerne dorthin zurück, wo sie selbst geboren wurden. Durch die genannten Maßnahmen schützen die Landwirte nicht einfach nur einen Vogel, sondern auch einen echten Münsteraner.

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